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DIE FAMILIE SCHROFFENSTEIN von Heinrich von Kleist im THEATER BIELEFELD

02.11.2012

Premiere 09.11., 20:00 Uhr, Theater am Alten Markt. -----

Graf Rupert von Schroffensteins jüngster Sohn wird tot im Wald aufgefunden. Die Umstände scheinen verdächtig, der Schluss zwingend: Es handelt sich um kaltblütigen Mord, aus Habgier verübt durch Ruperts Vetter Sylvester.

Seit langem schon sind die Familien der Vettern von Schroffenstein durch einen Erbvertrag entzweit. Stirbt eine der Erblinien aus, geht ihr Besitz automatisch an den anderen Familienzweig über. Graf Rupert argwöhnt, Sylvester habe seinen Sohn erschlagen, um auf diese Weise in den Besitz des Familienerbes zu gelangen und schwört blutige Rache, »Rache dem Mörderhaus Sylvester!«

Aber der Fall, dessen Lösung anfangs so klar auf der Hand zu liegen schien, verwirrt sich zusehends. Die Figuren kommen der Wahrheit nicht auf den Grund. Sie verheddern sich in Vermutungen, Meinungen, Gerüchten und jagen blind im Dunkel ihrer eigenen Vorurteile umher. An die Stelle von Gewissheit treten Verdächtigungen, die sich zu Misstrauen, Hass und schließlich zu Mord und Totschlag steigern.

Zwischen diesen Fronten entspinnt sich die Liebesgeschichte von Ottokar und Agnes, zwei Kindern der verfeindeten Familien. Gerade weil das Vertrauen der Liebenden im Grunde ebenso blind ist, wie Misstrauen und Hass der restlichen Familie, steht ihre Verbindung für die Hoffnung auf einen Ausweg aus dem Teufelskreis, für die Hoffnung auf Frieden und Neubeginn – auch wenn der Versuch, die Feindschaft ihrer Familien zu überwinden, blutig scheitert.

Wortgewaltig beschreibt Heinrich von Kleist in seinem dramatischen Erstling das Misslingen von Verständigung. Die Fabel des romantischen Schauerstücks zeigt deutliche Verwandtschaft zu Shakespeares Romeo und Julia.

Regie Ivna Zic

Bühne und Kostüme Jürgen Höth

Musik Johannes Kühn

Dramaturgie Franziska Betz

Mit Georg Böhm, Niklas Herzberg, Nicole Lippold, Anton Pleva, Carmen Priego, Felicia Spielberger

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Herausgeber des Beitrags: theaterkompass.de

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