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„Die Entführung der Amygdala“ von Anna Gschnitzer - Vereinigte Bühnen Bozen

Premiere 14.03.2025,19.30 Uhr, Probebühne 7. Stock

10.03.2025
Kategorien: Italien, News, Schauspiel

Die Amygdala, zu Deutsch Mandelkern, zählt zu den ältesten Teilen unseres Gehirns. Wittert der Corpus amygdaloideum Gefahr, sendet dieser Signale, die zur Ausschüttung von Stresshormonen führen, um den Menschen entsprechend auf Flucht oder Kampf vorzubereiten. Nach einem Fahrradunfall liegt eine Frau bewusstlos auf der Straße und wird von ihrer Amygdala entführt – und das ist gnadenlos: Sie vergisst, dass sie Mutter ist, vergisst ihre Kinder, ihren Mann, den Kredit für die Immobilie, die gläserne Decke, die sie nach ihrer Elternzeit einfach nicht mehr durchbrechen kann, die Lebenskosten, die das Einkommen übersteigen, das alles lässt sie schlagartig hinter sich. Aber kann man das – kann man das wirklich?

© Luca Guadagnini

Dieser Monolog von Anna Gschnitzer, die bereits mit dem Auftragswerk „Fanes“, für die Vereinigten Bühnen Bozen, großen Erfolg hatte, zeigt eine Frau, deren Leben am seidenen Faden hängt und die eine radikal neue Perspektive erprobt. Dafür hat sie einen ebenso wütenden, überforderten und drängend-rasanten Ton gefunden, der bei aller Verspieltheit die existentielle Not der Situation eindrücklich bewusst macht.

mit
Barbara Romaner

Regie
Nele Lindemann
Videoartist
Julia Patey
Kostüme
Julia Katharina Berndt
Licht
Tobias Demetz
Dramaturgie
Daniel Theuring
Regieassistenz
Theresa Prey

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Herausgeber des Beitrags: theaterkompass.de

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