Albert Camus‘ „Caligula“ hingegen ist ein Kaiser, der seine Macht in Anbetracht der Verzweiflung über das sinnentleerte menschliche Dasein grausam ausstellt, indem er Gewalt und Willkür walten lässt, die einerseits die obsoleten Machtstrukturen offenlegen, andererseits Politik und Herrschaft ad absurdum führen.
Ein Doppelabend, der zwei Opponenten zeigt, die dennoch eines gemeinsam haben: ihr politisches und autokratisches Erbe, das sich bis in unsere Zeit verfolgen lässt.
Auf der Bühne zu erleben sind in „Julius Caesar“ Simon Ahlborn als Julius Caesar, Johannes Simons als Brutus sowie in „Caligula“ Philipp Buder als Caligula, Mona Georgia Müller als Caesonia, Jan-Eric Meier als Scipio, Daniel Hölzinger als Helicon, Simon Ahlborn als Cherea, Thomas Marx als Metellus, Helmut Rühl als Senectus und Johannes Simons als Patricius.
Im Anschluss an die Premiere gibt es im Oberen Foyer des Stadttheaters eine öffentliche Premierenfeier, zu deren Beginn Intendant Olaf Strieb alle Beteiligten vorstellt. Zuvor, um 19.30 Uhr, findet ein Premierengespräch mit Regisseur Robert Teufel und Dramaturgin Kerstin Car statt, ebenfalls im Oberen Foyer. – Robert Teufel hat die Regie für „Caligula/Julius Caesar“ zum Probenbeginn übernommen aufgrund einer Erkrankung des Oberspielleiters Sascha Bunge, der ursprünglich Regie führen sollte. Für Bühne und Kostüme zeichnet Ausstatterin Angelika Wedde verantwortlich.
Karten gibt es an der Theaterkasse im Service-Center der Landesbühne oder telefonisch unter 04421-9401-15 sowie online unter www.landesbuehne-nord.de.
Deutschsprachige Erstaufführung: CALIGULA / JULIUS CAESAR von Albert Camus / Peter Verhelst - Landesbühne Niedersachsen Nord Wilhelmshaven
Premiere 21/09/2019, Stadttheater Wilhelmshaven
18.09.2019
Dieser Doppelabend steht im Zeichen der Politik: von Macht, Machtbesessenheit und Machtlosigkeit aufgrund ihrer Absurdität. Peter Verhelst untersucht in einem Einakter einen, wenn nicht den bedeutendsten Prototypen autokratischer Herrschaft: „Julius Caesar“. Der römische Imperator, der, bevor er einem Mordanschlag zum Opfer fiel, zum Diktator auf Lebenszeit berufen wurde, wird als ein rhetorisch exzellenter und nie um kalkulierten Despotismus verlegener Menschenfänger gezeigt, der für Macht, Ruhm und Ehre alles auf sich nimmt – auch seinen Tod.


