Concerto Köln schauen dabei hinter die Kulissen der Musikhistorie. So kommt hier auch Giovanni Battista Somis zu Gehör, ein direkter Schüler Corellis, der dessen Kunst nach Turin und Paris brachte. Das Concerto Köln musiziert dabei unter der einfühlsamen Leitung von Evgeny Sviridov sein Violinkonzert in F-Dur mit nie nachlassendem Elan und klarer formaler Gestaltungskraft.
Michele Mascitti aus Frankreich vermittelte italienische Sonatenkunst an die Pariser Öffentlichkeit und mischte dabei Corellis Stil auf raffinierte Weise. Sein Konzert in A-Dur vereint Klang und Bewegung wie bei Castrucci.
Diese Spuren führen dann weiter nach London. Pietro Castrucci leitete dort Händels Theaterorchester und bereicherte die musikalische Praxis. Der Einsatz von Schlagwerk vollzog sich dabei mit Kastagnetten und Tambourinen. Sein Concerto grosso in g-Moll verblüfft mit kontrapunktischen Finessen und chromatischem Feinschliff.
Zwischen Corelli und Vivaldi steht ferner Giuseppe Valentini, von dem auf dieser CD ebenfalls ein reizvolles Concerto grosso in Es-Dur op. 7 Nr. 9 zu hören ist. Bei Valentinis "nuovo stile" ist eine Bratsche als Soloinstrument virtuos eingesetzt.
Bei Antonio Caldaras dramatischer Sinfonia in g-Moll sticht dann nuancenreich die barocke Konzertform hervor.
Und die einfühlsam ausgewählten Preludes & Vollentarys für Violine Solo von Corelli und Henry Purcell eröffnen in spannungsreicher Weise neue Klangräume. Henry Purcells Stücke überrschen mit modal gefärbter Harmonik und Klangsensibilität und runden dieses bunte Klangpanorama ab, das aus dem Pantheon hinaus auf die Straßen der berühmten Städte führt.
Concerto Köln entführt seine Zuhörer in dieser Einspielung nach Rom, in die Salons von Paris und die Opernhäuser Londons. Alles ist so bunt und schillernd, dass der Hörer aus dem Staunen gar nicht mehr herauskommt. Reizvolle Al-fresco-Figurationen dominieren dann bei Antonio Vivaldis Violinkonzert in G-Dur mit glanzvollen Arabesken und Kaskaden. In ihrer feinnervigen Poesie ist diese Aufnahme hörenswert.


