Als er ihr noch nicht versprochen war, habe er – so sein Freund Carlos – besseren Journalismus betrieben. Im Hinblick auf seine Karriere löst er die Verbindung, wird aber durch den furiosen Auftritt eines Fremden, der sich spät als Maries Bruder zu erkennen gibt, rückfällig. Clavigo erneuert das Eheversprechen und unterzeichnet ein Schuldbekenntnis. Marie vergibt ihm. Aber noch konnte Carlos seine Argumente gegen diese neuerliche
Verbindung nicht formulieren…
Wo wird das hinführen? Clavigo kommt ohne saubere Weste nicht an den Hof und die verschmähte Marie nicht unter die Haube. Interessen müssen durchgesetzt werden. Jeder versucht jeden zu fangen, und jeder macht jedem einen Strich durch die Rechnung – und ruft konkurrierende Programme ins Leben: Mann gegen Frau, Spanier gegen Franzosen, Karriere gegen Liebe. Wo liegt dabei die eigene Bestimmung, der eigene Weg? In diesem Jugendwerk Goethes läuft alles auf den unvereinbaren Widerspruch von Wollen und Können hinaus, in dem ein junger Mensch sein Ungenügen an der Welt beschreibt.
Goethe zeigt die Unmöglichkeit, Dichter zu sein – aber noch als Drama!
Inszenierung Dariusch Yazdkhasti
Bühne Annette Haunschild
Kostüme Esther Krapiwnikow
Dramaturgie Claudia Lowin
Mit Julia Friede, Johannes Lehmann, Alexander Swoboda, Silvia Weiskopf, John Wesley Zielmann
Weitere Termine im Dezember: 08.12., 09.12., 10.12., 11.12.

