"Begehren" erzählt davon, was passiert, wenn die Gewissheit des eigenen Lebensentwurfs in Bewegung gerät und sich eine über Jahre etablierte Zweisamkeit als bequem gewordene Abhängigkeit entpuppt. Zwischen Landhaus und Self-Service überlagern sich damals und heute, Wunsch und Realität wie die Bilder eines verworrenen Traumes. Die Figuren geben ihr Geheimnis nicht preis, die Erzählspuren, die sie legen, entschlüsseln sich nicht. Der Text wirkt dabei fast wie das Drehbuch eines Neo-Noir-Films.
Die junge Regisseurin Mirjam Loibl zeigt mit dem Text des Katalanen Josep Maria Benet i Jornet bereits ihre zweite Arbeit im Marstall. 2017 debütierte sie am Haus mit Dawn Kings "Foxfinder", einer düsteren Parabel über die Mechanismen einer Überwachungsgesellschaft.
Deutsch von Fritz Rudolf Fries
Regie Mirjam Loibl
Bühne Thilo Ullrich
Kostüme Anna Maria Schories
Licht Uwe Grünewald
Musik Constantin John
Dramaturgie Carolina Heberling
mit
Arthur Klemt Der Ehemann
Hanna Scheibe Sie
Philip Dechamps Der Mann
Barbara Romaner Die Frau
Mi 30. Jan 19, 20:00 Uhr
Mi 06. Feb 19, 20:00 Uhr
Fr 15. Feb 19, 20:00 Uhr
"Begehren" von Josep Maria Benet i Jornet - Residenztheater München
Premiere Sa 26. Jan 19, 20:00 Uhr, Marstall
Ein Paar hat ein Haus gekauft. Es ist ein Kleinod auf dem Lande, liebevoll zu renovieren. Das könnte so schön sein. Würde nicht eines Tages das Telefon klingeln. Als sie abhebt, ist niemand dran. Und doch hat eine Frau nach ihr gefragt. Hat die Person am Ende der Leitung etwas mit dem seltsamen Mann zu tun, der immer an der Landstraße steht, wenn sie zum Einkaufen fährt? Der vorgibt, eine Panne zu haben, an der stets gleichen Stelle? Während der Ehemann zuhause wartet, fährt sie der diffusen Bedrohung entgegen. Doch die Konfrontation mit der eigenen Angst endet nicht auf der regennassen Straße, bringt der Fremde sie doch in einen Self-Service, in dem, wie zufällig, eine Bekannte auftaucht – und mit ihr die Erinnerung an ein Früher, von dem man nie sicher sein kann, welche der Figuren es eigentlich erlebt hat.

