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BARTSCH, KINDERMÖRDER von Oliver Reese im Theater Ulm

20.04.2013

Premiere: 27.04.2013, 19.30 Uhr, Gewölbe unter der Valentinskapelle. -----

Was macht einen Menschen zum Serienmörder und Vergewaltiger? Die Verbrechen des Jürgen Bartsch, der von 1962 bis 1966 vier Jungen im Alter zwischen acht und elf Jahren entführte, missbrauchte und tötete, gehören zum Grausamsten, das die deutsche Nachkriegsgesellschaft bis dahin erlebt hatte.

Über vier Jahre lang suchte die Polizei vergeblich nach dem Täter, bis 1966 endlich ein weiteres Opfer fliehen konnte und er gefasst wurde. Bartsch bekannte sich offen zu seinen Taten. Er wurde zu einer lebenslänglichen, später auf zehn Jahre verkürzten Freiheitsstrafe verurteilt. Schuldgefühle und anhaltende Mordfantasien brachten ihn dazu, sich 1976 sterilisieren zu lassen – er starb bei der Operation.

Oliver Reese verarbeitet in seinem 1992 in Ulm uraufgeführten Stück Briefe von Jürgen Bartsch, in denen er seine Biografie nachzeichnet: Eine Kindheit im vergitterten Keller seiner gewalttätigen und sauberkeitsfanatischen Stiefeltern, Willkür und sexueller Missbrauch in einem katholischen Kinderheim. Dabei wird eines deutlich: Sexuelle Gewalt gegen Kinder bringt sexuelle Gewalt gegen Kinder hervor.

MIT Maximilian Wigger

INSZENIERUNG Martin Borowski

RAUM & KOSTÜME Mona Hapke

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Herausgeber des Beitrags: theaterkompass.de

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