Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
Ausschreibung Autorenwettbewerb Hans-Gratzer-Stipendium 2017Ausschreibung Autorenwettbewerb Hans-Gratzer-Stipendium 2017Ausschreibung...

Ausschreibung Autorenwettbewerb Hans-Gratzer-Stipendium 2017

Copyright: Jürgen Bauer

Bewerbungsfrist 28.2.2017. ---

Thema: »Natur vs. Kultur? Die vierte Revolution«

2017 ist die Ausschreibung zum Hans-Gratzer-Stipendium erneut mit einer thematischen Vorgabe

verbunden und sucht nach Stückentwürfen und Schreibvorhaben, die sich mit dem Themenfeld »Natur

vs. Kultur? – die vierte Revolution« beschäftigen.

 

Automatisierung und Klimawandel werden zu den größten Herausforderungen, mit denen die

Menschheit in den nächsten Jahrzehnten konfrontiert ist. Nach Wasserkraft, Elektrizität und digitaler

Revolution durch die seit 1950 aufkommende Elektronik, beginnt die vierte Industrielle Revolution, die

durch eine Verschmelzung von Technologien gekennzeichnet ist. Gentechnologie, Geoengeneering, Cyborg-Technologie – sie alle verflüssigen den Gegensatz von Natur und Kultur. Die Grenzen zwischen der physikalischen, der digitalen und der biologischen Sphäre verschwimmen. Was sind Chancen und Risiken dieser Entwicklung? Wie verändert dies unser Menschenbild? Was bedeutet es für unsere Art zu wirtschaften, zu arbeiten? Was bleibt dem Menschen, wenn Erwerbsarbeit nicht mehr das Leben wesentlich bestimmt? Droht der Mensch überflüssig zu werden? In der politischen Debatte verbreiten sich durch Bots gestreute Fake-News rasend und gewinnen eine immer beunruhigendere Durchschlagskraft in der politischen Debatte – die algorythmengesteuerte Entwicklung der Informationstechnologie scheint eher zu Desinformation zu führen. Welche Zukunft hat da Theater als analoges Medium?

 

Autor*innen sind eingeladen, geleitet von ihrem jeweils ganz individuellen, notwendigerweise selektiven Zugriff auf diese diversen Fragestellungen Schreibvorhaben für das Theater zu entwickeln. Im April 2017 wird ein Workshop unter der Leitung der Dramatikerin Kathrin Röggla stattfinden, in dem mit Expert*innen verschiedener Disziplinen über die Themen des Wettbewerbs gesprochen und an den Entwürfen gearbeitet werden kann. Die Ausschreibung ist bewusst mit einem sehr weiten Themenfeld verbunden, das in keiner Weise »erschöpfend« in einem Stück thematisiert werden kann. Wir möchten die Bewerber*innen ermutigen, ungewöhnliche Ausschnitte und unerwartete Zugänge für ihre Stückentwürfe zu wählen.

 

Interessierte Autor*Innen, die in deutscher Sprache schreiben, sind aufgerufen,bis zum 28.2.2017 folgende Unterlagen ausschließlich per e-Mail in einer PDF-Datei an hans-gratzer-stipendium@ schauspielhaus.at zu senden (bitte fügen Sie sämtliche Dokumente zu einem PDF zusammen):

 

• Exposé Ihres Schreibvorhabens im Rahmen des Hans-Gratzer-Stipendiums und erste exemplarische

Szenen bzw. Textauszüge (max. 15 Seiten)

• Ein Recherchetagebuch über 14 Tage, das dokumentiert, wie Sie sich der Fragestellung des

Wettbewerbs angenähert haben. Welche Medien, welche Literatur haben Sie benutzt, um sich

ins Thema einzuarbeiten, welche Fragen haben sich Ihnen gestellt, welche Bezüge zu Ihrem

persönlichen Leben haben Sie festgestellt? (max. 10 Seiten)

• Ein fertiges Stück oder eine repräsentative Arbeitsprobe Ihres bisherigen Schreibens

• einen detaillierten Lebenslauf

 

Aus allen Bewerbungen wird die Jury ca. fünf Autoren einladen, die am Workshop mit Kathrin

Röggla teilnehmen. Ihre Entwürfe werden öffentlich präsentiert. Im Anschluss wird ein Siegerentwurf

prämiert, der einen von der literar mechana finanzierten Werkauftrag in Höhe von 5000,- gewinnt. Das

Gewinnerstück soll 2018 im Schauspielhaus zur Uraufführung gebracht werden.

 

Workshp-Leiterin Kathrin Röggla (*1971, Salzburg) lebt als freie Schriftstellerin in Berlin. Sie veröffentlichte viele Bände an Prosa, darunter »wir schlafen nicht« (S.Fischer, 2004), »die alarmbereiten« (S.Fischer, 2010) und zuletzt »Nachtsendung. Unheimliche Geschichten« (S.Fischer, 2016), sowie die, Essays wie »Die falsche Frage. Über Theater, Politik und die Kunst, das Fürchten nicht zu verlernen« (Theater der Zeit Verlag, 2015). Auch verfasste sie Hörspiele und zahlreiche Theatertexte wie »fake reports«, »Die Beteiligten« oder »draußen tobt die dunkelziffer«, sowie führte sie Regie in einem Dokumentarfilm über Risikomanagement für das ZDF. Für ihre literarischen Arbeiten wurde sie mit zahlreichen Literaturpreisen ausgezeichnet, darunter den Nestroy für »worst case« (2010, in einer Inszenierung des Schauspielhauses Wien) und der Arthur-Schnitzler-Preis (2012).

 

Ausgezeichnet wurde sie mit dem Salzburger Landesliteraturpreis (1992), dem Reinhard Priessnitz-Preis und Meta-Merzpreis (1995), dem Alexander von Sacher-Masoch-Preis, dem Italo-Svevo-Preis und dem New-York-Stipendium des Literaturfonds (2001), dem Hans-Erich-Nossack-Förderpreis und dem RIAS Preis (2003), dem Förderpreis des Schillergedächtnispreises, dem Preis der SWR-Bestenliste und dem Bruno-Kreisky-Preis für das politische Buch (2004), dem Solothurner Literaturpreis, dem Internationalen Preis für Kunst und Kultur des Kulturfonds der Stadt Salzburg (2005), dem Anton-Wildgans-Preis (2008), dem Nestroy 2010 für das beste Stück (»worst case«) dem Franz-Hessel-Preis (2010) und dem Arthur-Schnitzler-Preis 2012. 2014 hielt sie die 3. Saarbrückener Poetikdozentur. 2014 hielt sie die 3. Saarbrückener Poetikdozentur zur Dramatik. Seit 2012 ist sie Mitglied der Akademie der Künste in Berlin, seit Juni 2015 deren Vizepräsidentin.

 

Das Hans-Gratzer-Stipendium ist ein Projekt des Schauspielhauses Wien

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 21 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

MIT STÜRMISCHER BEWEGUNG -- Carl-Flesch-Akademie Baden-Baden mit Meisterkonzert 2.0 Kammermusik im Hotel Maison Messmer

Diesmal konnte man die Auslese aus fast 280 Bewerbungen aus 56 Ländern hören. Es war ein ausgezeichnetes Kammermusik-Konzert der Extraklasse. Zunächst erklang das mit feinsinniger Balance musizierte…

Von: ALEXANDER WALTHER

LIEBE IST ETWAS WUNDERBARES -- Martina Gedeck und Xavier de Maistre im Ordenssaal bei den Ludwigsburger Schlossfestspielen

"Licht und Schatten" in Musik und Literatur beleuchteten sehr eindrucksvoll die bekannte Schauspielerin Martina Gedeck und der berühmte Harfenist Xavier de Maistre im Ordenssaal. Von Rainer Maria…

Von: ALEXANDER WALTHER

Schlussapplaus -- „Favourite Things“ von Demis Volpi in der deutschen Oper am Rhein

Das Beste kommt zum Schluss! Lieblingstücke der Ballettkompagnie, des Publikums, des Ballettdirektors, mit „Favourite Things“ verabschiedet sich Demis Volpi vom Ballett am Rhein um die Nachfolge von…

Von: Dagmar Kurtz

INTERESSANTE OPERN-NEUPRODUKTIONEN DER STAATSOPER STUTTGART

Zu Beginn der Spielzeit 24/25 feiert die erste Musiktheaterproduktion der Performancekünstlerin, Choreografin und Regisseurin Florentina Holzinger ihre Premiere am 5. Oktober 2024 in Stuttgart.…

Von: ALEXANDER WALTHER

GEISTERERSCHEINUNGEN UND KEUSCHHEITSIDEOLOGIEN -- Vincenzo Bellinis "La Sonnambula" in der Staatsoper/STUTTGART

Nach einem Gastspiel an der Deutschen Oper Berlin ist diese Produktion wieder auf die Bühne der Staatsoper Stuttgart zurückgekehrt. In der die heutige Zeit durchaus einbeziehenden Inszenierung von…

Von: ALEXANDER WALTHER

Alle Kritiken anzeigen

folgen Sie uns auf

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑