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Arthur Schnitzler, "Anatol", Theater in der Josefstadt Wien

Premiere 17.12.2015, 19.30 Uhr. -----

Schnitzlers Protagonist gibt sich als wohlhabender Junggeselle zu erkennen, der die Lebensgewohnheiten der Wiener Oberschicht verachtet und deren Wertmaßstäbe konsequent ignoriert, obwohl er selbst als begüterter Rentner der aus der Aristokratie und Bourgeoisie zusammengesetzten leisure angehört.

Während seine Standesgenossen Repräsentationsaufgaben anstreben und öffentlichen Einfluss zu gewinnen versuchen, zieht sich Anatol ins Private zurück und kultiviert das flüchtige amouröse Abenteuer, das ihm in beständigem Wechsel junge Frauen aus der Vorstadt und aus der Boheme, gelegentlich indessen auch sexuell frustrierte Damen aus dem großbürgerlichen Salon zuführt.

Das leidenschaftliche, gleichwohl von Beginn an zeitlich begrenzte Liebesspiel drückt Anatols Protest gegen dem vom ökologischen Geist der Gründerzeit geprägten Lebensstil aus. Zugleich offenbaren die Liebesbegegnungen jedoch auch sein widersprüchliches Glücksverlangen und seine Sehnsucht nach existenzieller Sinnerfahrung. Schnitzlers Protagonist verkörpert das um die Jahrhundertwende immer wieder geschilderte Lebensgefühl des "impressionistischen" Menschen.

Thorsten Valk

Kaum ein Drama der Wiener Moderne hat das geistige Klima des Fin de Siècle so nuancenreich eingefangen wie Arthur Schnitzlers berühmtes Erstlingswerk Anatol. Die Einaktersammlung, die Ende 1892 erstmals in Buchform erscheint, markiert sogleich einen Höhepunkt im dramatischen Schaffen Arthur Schnitzlers: Sie exponiert nahezu alle Themenkomplexe seines Gesamtwerks.

In der Fassung von Peter Turrini und Herbert Föttinger treffen einander die Freunde Anatol und Max wieder und erinnern sich gemeinsam an Anatols amouröse Abenteuer.

Regie

Herbert Föttinger

Bühnenbild

Walter Vogelweider

Kostüme

Alfred Mayerhofer

Choreografie

Simon Eichenberger

Choreografische Assistenz

Steven Seale

Dramaturgie

Ulrike Zemme

Licht

Emmerich Steigberger

Musik & Musikalische Leitung

Christian Frank

Klavier

Johanna Gröbner

Cello

Rina Kaçinari/(Sophie Abraham)

Klarinette

Mona Matbou Riahi

Anatol

Michael König

Max

Peter Matić

Fritzi

Martina Ebm

Else

Martina Stilp

Emilie

Julia Edtmeier

Annette

Karoline Kucera

Berta

Maria Urban

Bianca

Salka Weber

Cora

Alma Hasun

Annie

Katharina Straßer

Ilona

Sandra Cervik

Gabriele

Andrea Jonasson

Ein Kellner/Franz, Diener

Josef Ellers

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