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43. Heidelberger Stückemarkt

24. April bis 3. Mai 2026

Als eines der renommiertesten Theaterfestivals im deutschsprachigen Raum bietet derStückemarkt in eindrücklicher Weise einen Überblick über die aktuellen Entwicklungenund das große Spektrum an Formen, Erzählweisen und thematischen Setzungen inder zeitgenössischen deutschsprachigen Dramatik – in diesem Jahr mit einem besonderen Fokus auf die Spieler*innen. Gastland des diesjährigen Festivals ist Kanada.

© Susanne Reichardt

Die nominierten Autor*innen. – Aus rund 100 Einsendungen hat das Stückemarkt-Team sechs neue Stücke aus dem
deutschsprachigen Raum für den Autor*innenwettberb 2026 nominiert. Es sind Texteder Autor*innen Fausto Bradke, Fayer Koch, Lennart Kos, Mehdi Moradpour, JaraNassar und Lili Roesing, die um die mit 10.000 Euro dotierte und von der Manfred
Lautenschläger-Stiftung finanzierte Auszeichnung ins Rennen gehen. Sie werden amersten Festivalwochenende in Lesungen im Zwinger 3 vorgestellt, die parallel auchwieder in Livestreams unter www.heidelberger-stueckemarkt.de abrufbar sein werden.Nach jeder Lesung wie auch nach allen Gastspielen wird ein Publikumsgespräch angeboten.

Eröffnet wird der 43. Heidelberger Stückemarkt am Freitag, 24. April 2026, mit der Uraufführung von Yannic Han Biao Federers »Asiawochen«. Premiere ist um 20:00 Uhr im Zwinger 1. Das Stück ist am 30. April 2026 ein weiteres Mal im Rahmen des Festivals zu sehen, bevor es anschließend in den regulären Spielplan übernommen wird. Die Uraufführung inszeniert der chinesische Regisseur Wang Chong. »Asiawochen« gewann beim Stückemarkt 2025 den Autor*innenpreis, den SWR

Kultur Hörspielpreis und den Publikumspreis. Das Stück führt dieLehramtsstudentin Vanessa in einer Tour de Force durch die Kolonialgeschichte Indonesiens und Südostasiens, wo sie das generationsübergreifende Trauma ihrerFamilie aufzudecken versucht. Federer stellt in seinem Stück die Frage: Wie soll das Verdrängte, das Unaussprechbare konsumierbar gemacht werden? Im Rahmen vontheater+ werden alle Vorstellungen von »Asiawochen« in englischer Spracheübertitelt.

Entscheidende Weiterentwicklungen unter der Leitung von Holger SchultzeIn den Festivalausgaben unter der Leitung von Holger Schultze hat sich der Heidelberger Stückemarkt kontinuierlich weiterentwickelt. Seit 2012 wird der Nachspielpreis zur Förderung nachhaltiger Aufführungspraxis neuer Dramatik vergeben. Im gleichen Jahr wurde der Jugendstückepreis ins Leben gerufen, bei dem Uraufführungen für junges Publikum im Fokus stehen. Beide Preise sind Teil des von
Holger Schultze etablierten Austauschs zwischen den Festivals Heidelberger Stückemarkt, den Autor:innentheatertagen am Deutschen Theater Berlin und den Mülheimer Theatertagen.

Um den Nachspielpreis gehen beim 43. Heidelberger Stückemarkt »faulender Mond« vom Münchner Volkstheater in der Regie von Simon Friedl, »Wald« vom Theater Lübeck in der Regie und Choreografie von Katja Wachter und »Blutbrot« vom
Theater am Werk Wien in der Regie von Thomas Schweigen ins Rennen. Dieser Preis wird mit Blick auf eine nachhaltige Förderung neuer Dramatik vergeben und ist verbunden mit einer Einladung zu den Autor:innentheatertagen Berlin.
Auch der Jugendstückepreis, gestiftet vom Heidelberger Unternehmerehepaar Bettina Schies und Klaus Korte (†), KORTE Bauteile GmbH, zur Förderung des Kinder- und Jugendtheaters, wird 2026 wieder verliehen. Für ihn nominiert sind die Stücke »ich sehe was / was du nicht siehst« von Sergej Gößner vom Theater der Stadt Aalen, »Endland« von Martin Schäuble von der Schauburg München und »Ein Glücksding« von Lena Gorelik vom Theater der Jungen Welt Leipzig.
Ausgewählt wird das Gewinnerjugendstück von der Jury des Heidelberger Stückemarkts gemeinsam mit einer Jury aus theaterinteressierten Jugendlichen. Dankenswerterweise erweitern Bettina Schies und Klaus Korte in diesem Jahr zum
bereits vierten Mal den Preis und stiften zusätzlich zu den 6.000 Euro für den ersten Platz jeweils 2.000 Euro für die beiden anderen nominierten Stücke.

Das Gastlandprogramm: Kanada zu Gast in Heidelberg
Am zweiten Festivalwochenende, 2. und 3. Mai 2026, steht die Theaterlandschaft des diesjährigen Gastlands Kanada im Festival-Fokus. Im internationalen Gastspielprogramm zeigt der Heidelberger Stückemarkt herausragende englischsprachige, französischsprachige und multilinguale Theaterarbeiten aus den urbanen Ballungszentren und den ruralen Provinzen Kanadas. Mit Kanada ist zum zweiten Mal ein Land aus Nordamerika als Gastland eingeladen. Neben zahlreichen Ländern aus Europa waren damit in der Intendanz von Holger Schultze Länder vom afrikanischen, asiatischen, mittel- und südamerikanischen und dem nordamerikanischen Kontinent als Gastländer vertreten.

Für den Internationalen Autor*innenwettbewerb sind die Stücke »Marguerite: Das Feuer« von Émilie Monnet, »To a Flame« von Erin Shields, »Illegal« vom Autor*innenduo Marie-Ève Milot und Marie-Claude St-Laurent und »Prince Faggot« von Jordan Tannahill nominiert. Ihre Texte werden ebenfalls in Lesungen im Zwinger 3 sowie im Livestream präsentiert. Diese Lesungen finden am 2. Mai statt und eröffnen das Gastlandprogramm 2026. Der Internationale Autor*innenpreis ist mit
5.000 Euro dotiert.

Teil des Gastlandprogramms sind auch die Gastspiele »Aalaapi / ᐋᓛᐱ« des Collectif Aalaapi, das in englischer und französischer Sprache und Inuktitut mit deutschen Übertiteln gezeigt wird, »Erased« des Open Heart Surgery Theatre in englischer Sprache mit deutschen Übertiteln sowie »Surveillée et punie« des Théâtre Prospero
in französischer Sprache mit deutschen Übertiteln.

Spieler*innen im Fokus
Bei dieser Festivalausgabe werden im deutschsprachigen Gastspielprogramm mehrheitlich Arbeiten zu sehen sein, bei denen die Spieler*innen im Fokus stehen. So wird beim diesjährigen Stückemarkt beispielsweise die hochgelobte Inszenierung von Mareike Fallwickls Text »Elisabeth!« vom Wiener Burgtheater mit Stefanie Reinsperger in der Titelrolle am 1. Mai zum ersten Mal in Deutschland zu sehen sein.
Am 25. April ist mit »Ein wenig Licht. Und diese Ruhe.« von Sibylle Berg in der Regie von Lena Brasch das Schauspiel Hannover zu Gast. Am 26. April zeigt der Heidelberger Stückemarkt »Mysteryland« vom Theater Aachen in der Regie von
Anne Habermehl und »Eine runde Sache« vom Schauspiel Stuttgart in der Regie von Noam Bursilovsky. Das Deutsche Schauspielhaus Hamburg gastiert mit »Mein Schwanensee« am 27. April, die Neue Bühne Senftenberg mit »Späti Paradies« am 28. April. Am 29. April ist das interdisziplinäre Bühnenprojekt der Galerie Kullukcu Gregorian »Teutonistan« zu sehen und mit »Leichter Gesang« besucht das Deutsche Theater Berlin in Zusammenarbeit mit dem RambaZamba Theater Berlin den 43. Heidelberger Stückemarkt.

Das Gastspiel »Fußnoten aus dem späten 21. Jahrhundert« aus der Sparte Puppenspiel des Musiktheaters im Revier, hatte 2025 den zum ersten Mal beim Heidelberger Stückemarkt vergebenen FIDENA Stückepreis erhalten und ist am 30.
April zu erleben. Damit wird neben »Asiawochen« ein weiterer neuer Text aus dem letztjährigen Wettbewerb beim Stückemarkt 2026 auf der Bühne zu sehen sein. Das Festivalzentrum des Heidelberger Stückemarkts Wie bereits in den vorangegangenen Festivalausgaben wird das Festivalprogramm auch in diesem Jahr von einem kostenfreien Rahmenprogramm aus Konzerten und,kurzen Performances auf dem Theaterplatz flankiert. zwinger x, das Begegnungsformat des Theaters und Orchesters Heidelberg, übernimmt für den gesamten Festivalzeitraum den Theaterplatz. Festivalbesucher*innen sind eingeladen ins Gespräch zu kommen, sich auszutauschen und teilzuhaben.
Die Gewinner*innen aller Wettbewerbe des Heidelberger Stückemarkts 2026 werden bei der Preisverleihung im Alten Saal am letzten Festivaltag, 3. Mai, bekannt gegeben (Autor*innenpreis und Internationaler Autor*innenpreis, Publikumspreis,
Jugendstückepreis und Nachspielpreis). Das gesamte Programm des 43. Heidelberger Stückemarkts und alle Infos zum
Ticketverkauf sind ab dem Vorverkaufsstart am 27. Februar 2026 unter www.theaterheidelberg.de sowie unter www.heidelberger-stueckemarkt.de verfügbar.

Weitere Informationen sowie Karten unter www.theaterheidelberg.de oder an der
Theaterkasse, Theaterstraße 10; 06221 / 58 20 000; tickets@theater.heidelberg.de

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