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3 Premieren zur Eröffnung der Spielzeit am Landestheater Württemberg-Hohenzollern Tübingen

1. TÜR AUF, TÜR ZU von Ingrid Lausund, Premiere: 26. September 2013 // 20:15 Uhr // LTT-oben

2. THREE KINGDOMS von Simon Stephens, Premiere: 27. September 2013 // 20 Uhr // LTT-Saal

3. SANKYA nach dem Roman von Sachar Prilepin in einer Spielfassung von Ralf Siebelt, Deutschsprachige Erstaufführung, Premiere: 28. September 2013 // 20 Uhr // LTT-Werkstatt

 

 

 

1. TÜR AUF, TÜR ZU von Ingrid Lausund

Premiere: 26. September 2013 // 20:15 Uhr // LTT-oben

 

Anneliz versteht die Welt nicht mehr. Bisher lief doch alles gut: als geschätzte Mitarbeiterin ging sie selbstverständlich ein und aus, Smalltalk und Netzwerken bewältigte sie mit Bravour - und nun muss gerade sie draußen bleiben?

Auf der Suche nach einer Erklärung ist Anneliz einer emotionalen Zerreißprobe ausgesetzt, die sie schwanken lässt zwischen Selbstzweifeln, Wut, Panik, Einsamkeit, Aufbegehren und Resignation. Wie belastbar erweist sich die Überzeugung von der eigenen Kompetenz und Unabhängigkeit, wenn man plötzlich abgemeldet ist? Sollte man denn wirklich auf sie verzichten können?

Neben der ausrangierten Anneliz bevölkern noch eine leibhaftige, sprechende Tür und ein 400-Euro-Jobber, der aus Spargründen allein einen ganzen Chor verlebendigen muss, das neue Stück von Ingrid Lausund. Ein Drama, das äußerst pointiert, scharfsinnig und komisch vom Drin- und Draußensein, Dabeiseinwollen und Ausgeschlossensein erzählt.

 

Inszenierung: Marion Schneider-Bast / Ausstattung: Dominique Muszynski / Dramaturgie: Maria Viktoria Linke

 

Mit: Marion Bordat / Uwe Fischer / Valerie Oberhof

 

Weitere Vorstellungen: 06.10. um 20:15 Uhr / 09.10. um 20:15 Uhr / 27.10. um 16:00 Uhr (Familientag am LTT)

 

*****

 

2. KINGDOMS von Simon Stephens

Premiere: 27. September 2013 // 20 Uhr // LTT-Saal

 

London: Ans Ufer der Themse wird ein Fahrradrucksack angespült, sein Inhalt: der Kopf einer Frau. Detective Inspector Charlie Lee und Detective Sergeant Ignatius Stone ermitteln. Schnell haben sie eine heiße Spur. Es ist der Kopf von Vera Petrova, einer osteuropäischen Prostituierten. Wurde sie das Opfer einer Racheattacke? Die Rede ist von einer ominösen Firma namens „White Bird Merchants“. Die Spur führt zu Petrovas Zuhälter, der eine DVD ihrer Ermordung geschickt bekommen hat. Alle Indizien deuten auf einen Esten namens Andres Rebane. Und auf den Deutschen Klaus Brandt, dessen DNA an der Leiche gefunden wurde. Er soll in Hamburg sein.

 

Hamburg: Auf der Suche nach Brandt und Rebane treffen die beiden Engländer ihren

unkonventionellen und auch brutalen Kollegen Steffen Dresner, der den Rotlichtbezirk Hamburgs wie seine Westentasche kennt und kein Englisch spricht. Stone aber spricht fließend Deutsch und übersetzt. Die Spur wird immer heißer. Stone kann kaum noch schlafen und ist augenscheinlich bereits mehr als mitgenommen von dem Fall, als er im Hotel auch noch auf eine Frau trifft, die wie seine eigene aussieht. Dresner überredet ihn, mit ihm und ohne Lee nach Estland zu fahren und die Sache vor Ort zu Ende zu bringen.

 

Tallinn: Stone kommt dem Herzen der Finsternis immer näher. Dresner arrangiert ein

Treffen mit einem Undercover-Polizisten und Andres Rebane. Sie setzen Rebane fest. Stone allerdings wird sich selbst immer unheimlicher, in Estland sehen einige Menschen aus wie Leute in London. Ist das vielleicht alles nur ein böser Traum? Die Frage, wer wirklich hinter „White Bird Merchants“ steckt, bleibt.

 

Inszenierung: Stefan Rogge / Ausstattung: Malte Lübben / Musik: Andreas Debatin / Dramaturgie: Armin Breidenbach

 

Mit: Martin Maria Eschenbach / David Liske / Hildegard Maier / Christian Beppo Peters / Silvia Pfändner / Julienne Pfeil / Udo Rau / Karlheinz Schmitt / Patrick Schnicke / Gotthard Sinn / Toomas Täht

 

Weitere Vorstellungen im LTT: 28.09. / 05.10. / 18.10. / 24.10. jeweils um 20.00 Uhr

 

*****

 

3. SANKYA nach dem Roman von Sachar Prilepin

In einer Spielfassung von Ralf Siebelt

Deutschsprachige Erstaufführung

Premiere: 28. September 2013 // 20 Uhr // LTT-Werkstatt

 

In seinem Roman „Sankya“ stellt Sachar Prilepin das Lebensgefühl junger, regimekritischer Russen in den Mittelpunkt. Ihre politischen Vorstellungen sind unkonkret; auf jeden Fall aber auf der Seite der Opposition, auf der Seite der Freiheit. Sie lieben ihr Land, aber das ist nicht mehr liebenswert; und so beginnen sie, den Staat zu hassen, der es ihnen wegnimmt. Sie radikalisieren sich, legen die Tomaten aus der Hand und greifen zur Waffe.

 

SANKYA ist eine Geschichte von mitreißender Kraft, die von einer Generation erzählt, die den Turbokapitalismus und die Postmoderne satt hat, nach Werten und Orientierung sucht, jenseits der staatlichen Vorgaben. Und sie erzählt von einem Regime, das mittels Sicherheitspolizei, gewaltsamer Einsätze auf Demonstrationen, gruseliger Verhörmethoden und willkürlicher Justiz versucht, sich vor Veränderung zu schützen.

 

Prilepins Roman „Sankya“ ist in Russland einer der meistgelesenen Romane der letzten Jahre, ein Kultbuch, das mit zahlreichen nationalen und internationalen Preisen ausgezeichnet wurde. 2006 erschienen, machte es sofort auch außerhalb Russlands Furore, seine Übersetzung ins Deutsche ließ allerdings sechs Jahre auf sich warten.

 

Sachar Prilepin ist einer der widersprüchlichsten und damit interessantesten zeitgenössischen Autoren Russlands. Er wurde 1975 geboren, arbeitete als Türsteher und Möbelpacker und studierte nebenher Literatur. Er heuerte bei einer Spezialeinheit der russischen Polizei an und kämpfte in den 90er Jahren im Tschetschenien-Krieg. Anfang dieses Jahrhunderts war er Mitglied einer linksnationalen Oppositionsbewegung, die mit der Verwüstung von Einkaufszentren und Anti-Putin-Aktionen auf sich aufmerksam machte. Nach dem Verbot der Organisation und Haftstrafen gegen die Mitglieder begann Prilepin zu schreiben.

 

Inszenierung: Ralf Siebelt / Ausstattung: Hannah Landes / Musik: Jojo Büld / Dramaturgie: Simone Sterr

 

Mit: Benjamin Jansen / Steffen Riekers / Andreas Helgi Schmid / Patrick Seletzky / Margarita Wiesner

 

Weitere Vorstellungen: 04.10. / 09.10. / 18.10. jeweils um 20.00 Uhr

 

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