„Die Geschichte der Wüste bestand immer aus einer Mischung von materiellen und spirituellen Realitäten, einem ständigen Hin und Her zwischen Geografischem und Symbolischem, Imaginärem und Ökonomischen, Sozialem und Ideologischem.“
Jacques Le Goff
Die Wüste als Landschaft der Extreme, die den Menschen an seine Grenzen führt. Einerseits sind es Einsamkeit und Stille, die Konfrontation des Eigenen mit dem Fremden und die Reduktion aller zivilisatorischer Gegebenheiten, die als existenzielle Erfahrungen die Wahrnehmung prägen: die Wüste als Ort der Meditation, des Gebets, als Ort göttlicher Erfahrung und der Freiheit.
Andererseits kann man die Wüste auch als Ort der Verunsicherung und Orientierungslosigkeit deuten. Sie wird somit zum Sinnbild für die immer weiter voranschreitende moralische Verwüstung der menschlichen Zivilisation: die Großstadt als Wüste, in der die Anonymität und Einsamkeit inmitten der geschäftigen Betriebsamkeit der Menschenmassen nur noch umso stärker hervortritt. Immer mehr Menschen empfinden die scheinbare Fülle und das Überangebot der Möglichkeiten unseres heutigen Lebens zunehmend als Leere. „Immerhin: wo es leer ist, dort herrscht Ordnung.“
Choreografie: Hans Henning Paar
Bühne: Hans Henning Paar, Isabel Kork
Kostüme: Isabel Kork
Musik: Jonas Nondorf, Andronik Yegiazaryan
Dramaturgie: Esther von der Fuhr
Mitwirkende:
Tommaso Balbo, Maria Bayarri Pérez, Erik Constantin, Vladimir de Freitas Rosa, Adam Dembczynski, Luana Filardi, Priscilla Fiuza, Jason Franklin, Agnès Girard, Ako Nakanome, Elizabeth Towles, Keelan Whitmore
Weitere Vorstellungen im Mai:
Donnerstag, 7. Mai, 19.30 Uhr, Kleines Haus
Freitag, 15. Mai, 19.30 Uhr, Kleines Haus
Samstag, 23. Mai, 19.30 Uhr, Kleines Haus
Mittwoch, 27. Mai, 19.30 Uhr, Kleines Haus

