Noch funktioniert seine Herrschaft, wird er auch kaum Erwartungen mehr gerecht. Er spürt, dass er im Versteckspiel um seine Zweifel nur noch eine Hülle seiner selbst ist. Von seiner Unsterblichkeit überzeugt, steckt er sich absichtlich mit der Krankheit an, um seine Integrität zu retten. Das Völkchen ringt derweil um eine Leitfigur. Ausgehend von dem Fragment „Robert Guiskard. Herzog der Normänner“ von Heinrich von Kleist schreibt das Autor*innenduo Sokola//Spreter ein Stück über Herrschaft und Zerfall, über das drohende Ende und das Streben nach Unsterblichkeit – und ob es sich dafür überhaupt zu leben lohnt.
„Trockene, öde Weite, oder aber: öde, weite Trockenheit. Nadelbäume, in Reih und Glied, als seien sie frisch desertiert. Grillen zirpen misstrauisch, jedes Wort stört den Gesang. Der Himmel hängt tief, wie das Seidentuch, das die Kinder in der Grundschule in die Höhe werfen, unter dem sie mich einmal vergaßen. Irgendwer hat ein großes Loch gegraben. Die Leute hier nennen das Meer. Sand ist genug vorhanden. Sie haben eine Stadt gebaut, die allem widersteht. Vor dieser Stadt eine Schwitzhütte auf Rädern, ein possierlicher Dampf steigt aus dem Schornstein. Um die Schwitzhütte stehen 12 Zelte, Wurfzelte um genau zu sein, alle in Tarnfleck gehalten. Und jedes Zelt wird von innen von Glühwürmchen erleuchtet. Schon öffnet sich der erste Reißverschluss und ein Glühwurm drängt ins Freie. Dann noch einer und noch einer und noch einer. Eine Glocke erklingt. Ja, es ist soweit. Das Volk versammelt sich.“
Regie: Aram Tafreshian
Bühne & Licht: Mara-Madeleine Pieler
Kostüm: Mara-Madeleine Pieler, Aram Tafreshian
Musik: Tom Gatza
Dramaturgie: Leonie Hahn
Robert Guiskard
Ariadne Pabst
Helena, Guiskards Tochter
Charlie Schülke
Die Junge
Nathalie Schörken
Der Alte
Kai Börner
Der Türmling
Amos Detscher
Das Völkchen
Jasmin Buder, Kerstin Kreisel, Mathilda Knorpp, Max Look, Daria Polishchuk, Oliver Russell, Ellen Christin Teichert
Die nächsten Vorstellungen:
Donnerstag, 02. April 2026, 19.30 Uhr
Sonntag, 05. April 2026, 19.00 Uhr
Donnerstag, 16. April 2026, 19.30 Uhr


