Drei junge Menschen Nadia, Seda, Mo teilen eine gemeinsame Jugend: Chlorgeruch in Schwimmhallen, Calippo Cola und Pommes Schranke zwischen den Zähnen, Fotolovestorys, das erste Begehren und sexuelle Erfahrungen. Ein Moment, indem eine wärmende Freundinnennase die ganze Welt bedeutet. Sie sagen: „eine halbe Jugend lang“. Inzwischen sind sie nur noch zu zweit. Nadia und Mo treffen sich am See, an dem sich vor einem Jahrzehnt die Tragödie abspielte. Zwischen dem gemeinsamen Erinnern, den suchenden Dialogen und poetischen Naturbeschreibungen entstehen fragile Zwischenräume, die eine Ahnung eröffnen, dass Dinge auch anders sein könnten. Menschgemachte Systeme laufen allzu oft diametral gegen ökologische Prozesse und missachten dabei die Naturgesetze. Der Tümpel, der als Raum für Vielfalt steht, spricht und wird zur Metapher. Es ist eine Suche nach Identität jenseits der gewohnten Narrativen, in einer Zeit im Leben, die vom Werden geprägt ist. Eine Forderung nach dem Recht nicht zu begehren, nicht zu performen und nicht genügen zu müssen. Vielleicht kann das eine Spur sein, um Veränderungen zuzulassen.
paula lew van well schreibt Prosa, Film-, Hörspiel- und Bühnentexte und interessiert sich für Bewegungen zwischen den Gattungen und Medien. They hat Theater- und Literaturwissenschaft an der FU Berlin und Sprachkunst (MA) an der Angewandten in Wien studiert. Während des Studiums begleitete paula Produktionen an Theaterhäusern und in der freien Szene, aktuell arbeitet paula am ersten Roman (unterstützt u. a. durch die österreichische Bundesregierung, das Ludwig-Harig-, das Lutz-, das Edenkoben-Stipendium). They war auf der Shortlist des WORTMELDUNGEN- Förderpreises 2024 vertreten und kuratiert die Literaturpassage im Museumsquartier in Wien. Zuletzt erschien „PUSSY TEICH LA MER“ bei SuKuLTuR. They produziert außerdem Hörstücke und Kurzfilme und wohnt zwischen Wien und Berlin.
ausgezeichnet mit dem Peter-Turrini-Dramatiker*innenstipendium 2025
Mit Katharina Rose, Marthe Lola Deutschmann, Julia Kreusch
Inszenierung Anne Bader,
Bühne und Kostüme Andrea Simeon
Musik Volker Schmidt
Dramaturgie Sabrina Hofer


