Anfangs waren Fotografien „eine Wiedergabe von etwas Realem, so unanfechtbar, wie es keine sprachliche Darstellung je sein konnte“, schrieb die US-amerikanische Autorin Susan Sontag in ihrem Essay DAS LEIDEN ANDERER BETRACHTEN (2003). Das Ideal der Kriegsfotografie ist es, das „wahre Gesicht“ des Krieges zu zeigen und Zeugnis abzulegen: So war es, das ist geschehen!
Und heute, da durch KI hergestellte Bilder nahezu ununterscheidbar sind von echten Fotografien? Die international arbeitende Videokünstlerin und Regisseurin Ayla Pierrot Arendt geht der Manipulierbarkeit von Wirklichkeit nach. Mit dem Ensemble erzählt sie von Reisen durch die Krisenregionen unserer Zeit, die Kriegfotografinnen, Friedensaktivistinnen und Influencer festgehalten haben – auf der Suche nach der ganz realen Realness. Wie findet man heute so etwas wie Objektivität, wenn sie zwischen Fälschung und Wirklichkeit ständig auf dem Prüfstand steht? Wer macht und wer betrachtet die Bilder vom Leiden? Wozu dienen sie – und wem?
Deutsch von Reinhard Kaiser
- Regie Ayla Pierrot Arendt
- Bühne Katharina Pia Schütz
- Kostüm Clara Rosina Straßer
- Sounddesign Filip Caranica
- Videoart Jan Isaak Voges und Ayla Pierrot Arendt
- Lightdesign Jürgen Kapitein
- Ton Holger Brochhaus
- Dramaturgie Viola Köster
- Mit Louisa Beck, Benjamin Höppner, Fabian Reichenbach und Evi Kehrstephan
Die nächsten Vorstellungen sind am 24. März, 1. und 22. April.


