Komplexe Erzählmuster entstehen nicht durch Handlung, sondern durch rhythmische Überlagerung, Phasenverschiebung und fein getimte Körperinteraktionen. Gesten werden von ihren Funktionen entkoppelt, Objekte verlieren ihre Subjekte, Stimmen schweben zwischen Lip-Sync und realer Sprache. Die Kamera übernimmt nicht länger die Rolle des neutralen Beobachters, sondern emanzipiert sich – zoomt, verpasst, insistiert. Was als Sitcom beginnt, endet im Rausch einer neuen, grotesken Theatersprache.
Ach, Mom! ist keine Erzählung über Familie – sondern eine Partitur über ihre Zeichen. Ein Delirium aus Rhythmen, Blicken, Routinen und Brüchen. Eine Sitcom, die sich selbst zum Explodieren bringt, um aus ihren Trümmern ein neues Modell performativer Erzählung zu bauen.
Der Komponist, Multimediakünstler und Regisseur Nico Sauer untersucht in seinen Projekten zwischen Musiktheater, bildender Kunst und Performance die Grenzen musikalischer Komposition und theatraler Genres und konnte mit seinem Projektvorhaben Ach, Mom! die Jury des Open Calls überzeugen.
Regie Nico Sauer
Ausstattung Maria Magdalena Emmerig
Dramaturgie Johann Otten
- Mo., 27. April 2026, 19:30 Uhr
Di., 28. April 2026, 19:30 Uhr


