
Louis erstellt sich eine anonyme Internetpersönlichkeit namens Narzissus, der bald fast die ganze Schule folgt. Auf dem Profilbild ist ein Wolfskopf zu sehen. Narzissus kann, angestachelt von den Mitschüler:innen, auch die Schule ausfallen lassen und Noten verbessern. Dadurch wird der Wolf schon bald zum Symbol nicht nur für die scheinbare Freiheit von Regeln und Konsequenzen, sondern auch für das Aufbegehren der Jugendlichen. Was mit kleinen Aktionen beginnt, entwickelt sich zu einem regelrechten Hype: Die Bewegung, die Louis als Narzissus erschaffen hat, lässt sich schon bald nicht mehr von ihm kontrollieren.
Louis verliert sich in der Illusion, der beliebteste Typ der Schule zu sein, der alle Wünsche erfüllen kann – obwohl niemand weiß, dass er Narzissus ist. Nicht nur Louis’ Schwester Eko, auch seine Schulkameradin Sedna ist von dem charmanten Narzissus fasziniert. Während Eko immer tiefer in die sozialen Medien abtaucht, versucht Sedna, im Schwimmbad so lange wie möglich die Luft anzuhalten, um sich ihrer Mutter näher zu fühlen. In einer Welt, in der die Grenzen von Virtualität und realem Alltag verschwimmen, wird es immer schwieriger, zwischen richtig und falsch, Traum und Wirklichkeit zu unterscheiden. Nicht nur Louis, auch Sedna und Eko werden in einen Strudel aus Lügen hineingezogen. Bis etwas geschieht, wovon es kein Zurück mehr gibt.
Die beiden kanadischen Autor:innen Andréanne Joubert und Jean-François Guilbault schaffen ein mitreißendes Stück, in dem nüchterne Realität und Träume, soziale Medien und mythologische Metaphern aufeinanderprallen. Unter Wasser wurde 2014 mit dem Prix Louise Lahaye für das beste Jugendstück aus Québec ausgezeichnet. Regisseurin Alisa Guberman inszeniert mit Unter Wasser ihr Debüt im Ballhof Zwei.
Regie Alisa Guberman
Bühne Merle Grund
Kostüme Rahel Künzi
Musik Andrej Agranovski, Paul Calderone
Video Mehdi Amirahmadi
Licht Leon Meier, Finn Ruben Schöls
Dramaturgie Taale Frese
Mit Sedna Nellie Fischer-Benson
Louis Alban Mondschein