Als er auf dem Ringelspiel die Dienstmagd Julie um die Taille nimmt, wie er es schon mit vielen Mädchen vor ihr gemacht hat, beginnt eine Liebesgeschichte, die bis in die Abgründe des Fegefeuers führt. Liliom verliert seine Stellung, kurz darauf wird Julie schwanger. Die große Sehnsucht nach einem besseren Leben lässt das junge Paar in finanzielle Not und Perspektivlosigkeit abstürzen. Aus Scham, ihr keine Existenz bieten zu können, schlägt Liliom Julie, anstatt ihr seine Liebe zu gestehen. Um an Geld zu kommen, unternimmt er einen Raubüberfall, der gründlich misslingt. Liliom flüchtet sich in den Selbstmord. Doch Molnár lässt seinen Anti-Helden nicht zur Ruhe kommen – als alles vorbei und scheinbar vertan ist, ist der Weg für Liliom noch nicht zu Ende.
Franz Molnárs Vorstadtlegende, 1909 in Budapest uraufgeführt, verbindet das Märchen mit dem Volksstück, den Boulevard mit dem Sozialdrama, den Kitsch mit dem Schmutz. Molnár zeigt mit einem ironischen Lächeln, wie Liliom an seiner Unkenntnis des Lebens scheitert. »Liliom« wurde mehrfach verfilmt und diente als Vorlage für das Musical »Carousel«.
Christoph Mehler ist mit Beginn der Spielzeit 2011 / 12 Hausregisseur am Schauspiel Frankfurt. Hier inszenierte er bereits »Hautnah« von Patrick Marber und die Uraufführung von Roland Schimmelpfennigs »Wenn, dann: was wir tun, wie und warum«. Von 2006 bis 2009 war Mehler Leiter der Spielstätte Box und Bar im Deutschen Theater Berlin.
Regie Christoph Mehler
Kostüme Anne Hölzinger
Musik Oliver Urbanski
Dramaturgie Alexandra Althoff
Mit Henriette Blumenau, Heidi Ecks, Bettina Hoppe, Henrike Johanna Jörissen; Isaak Dentler, Thomas Huber, Oliver Kraushaar, Matthias Scheuring
2./3./6. Oktober

