Schnitzler zeichnet in diesem selten gespielten Theaterstück ein Dilemma, das aktueller ist, als es auf den ersten Blick scheint: die Unvereinbarkeit von Pflicht und Selbstbestimmung, an der viele pflegende Angehörige bis heute zu scheitern drohen. Doch Ruf des Lebens ist mehr als das Porträt einer aufopfernden Tochter – es ist die Anatomie einer sterbenden Gesellschaft. Nicht nur Maries Vater, sondern alle Figuren sind dem Untergang geweiht, erstarrt in einem System aus Krieg, Verdrängung, Pflichtgefühl und Opferbereitschaft. Gerade darin liegt die verstörende Gegenwärtigkeit des Stücks: in der Frage, wie viel ein Mensch für andere, für Ideale oder für ein Gemeinwesen aufzugeben bereit sein soll – und ab wann aus Hingabe Selbstverlust wird.
Regie
Jakob Arnold
Bühne und Kostüm
Christian Blechschmidt
Komposition
Hannes Strobl
Dramaturgie
Sandra Höhne
BESETZUNG
Linus Ebner
Catherine Elsen
Matthias Heße
Florian Kager
Clara Pinheiro Walla
Weitere Termine:
Sa., 2. Mai 2026, 19:30 Uhr
So., 3. Mai 2026, 18:00 Uhr
Fr., 8. Mai 2026, 19:30 Uhr
So., 10.Mai 2026, 18:00 Uhr
Ort: Schloss, Kastell 9, 47441 Moers.


