Do, 24.09.2026 | 20.00 Uhr | NORA ODER EIN PUPPENHAUS von Henrik Ibsen | Deutsch von Hinrich Schmidt-Henkel | NORA ODER EIN PUPPENHAUS Luxuriöses Haus, schöne Kinder, glänzende Zukunft – ein (Alb-)Traum. Nora hat Freiheit gegen Status eingetauscht und lebt als hübsches Spielzeug ihres Gatten in einem Puppenhaus. Doch unter der glänzenden Oberfläche werden Risse sichtbar: patriarchale Strukturen, Abhängigkeiten und Kreditbetrug bringen das Fundament ins Wanken. Regisseurin Julia Gudi überschreibt Henrik Ibsens berühmtes Drama aus heutiger Perspektive und nimmt es in ihrer Abschlussarbeit an der HfMDK Frankfurt zum Ausgangspunkt für eine gegenwärtige Systemkritik. Aus dem Ehedrama wird ein Stück über Klasse, Geld und Selbstinszenierung. Vier Figuren ringen um Status und Wohlstand und um die Frage, was Schein und was Sein ist. Mit einer Ästhetik zwischen 80er/90er-Jahre-Pop, Sitcom und Body Horror untersucht die Inszenierung, wie Weiblichkeit hergestellt und performt wird. Die »Blondification« und das Unheimliche des Uncanny Valley treffen auf ein Puppenhaus, das zunehmend zum Haunted House wird. Eine Live-Cam wird zur Beobachterin, zum Spiegel gelingender oder scheiternder Selbstinszenierung im Blick der anderen. Wer inszeniert hier eigentlich wen? |
Details | Regie: Julia Gudi Mit Weitere Termine ********* |
Fr, 25.09.2026 | 19.00 Uhr | KASIMIR UND KAROLINE Volksstück von Ödön von Horváth
| KASIMIR UND KAROLINE Was gibt Kasimir und Karoline Halt in wirtschaftlichen und politischen Krisenzeiten? Und auf wen oder was können sie hoffen? Als Kasimir seine Arbeit verliert, gerät auch seine Beziehung zu Karoline ins Wanken. Karoline ist schwanger und will trotzdem an ihren Plänen und ihrem Wunsch nach einem besseren Leben festhalten. Zwischen persönlicher Krise und gesellschaftlichem Umbruch stellt sich die Frage: Was hält Menschen zusammen, wenn die Zukunft unsicher wird? Charlotte Sprenger und ihr Team holen Ödön von Horváths modernen Klassiker in die Gegenwart und verlegen das Geschehen vom Oktoberfest der 1930er-Jahre auf die Betriebsfeier eines Technologieunternehmens. Wo einst die Attraktionen des Volksfests für Rausch, Ablenkung und Begegnung sorgten, treffen heute ersetzbare Angestellte auf jene, die vom System profitieren. KI und Robotik verändern die Arbeitswelt, während die Angst wächst, den eigenen Platz zu verlieren. Horváth erzählt in seinen Volksstücken das Politische im Kleinen. Seine Figuren sehnen sich nach Selbstbestimmung und sozialem Aufstieg, während ihr Leben von wirtschaftlichen Verhältnissen und der Verfügbarkeit von Arbeit abhängt. Vor dem Hintergrund multipler Krisen, verringerter Sozialleistungen und zunehmender Aufrüstung stellt sich diese Frage heute neu: Was bedeutet Arbeit, wenn Künstliche Intelligenz und Robotik immer mehr Tätigkeiten übernehmen? Was geschieht mit Menschen, die den Eindruck gewinnen, ersetzbar zu sein, während globale Tech-Konzerne immer mehr Kapital und Macht konzentrieren? Und was macht diese Unsicherheit mit unseren Beziehungen? Spielerisch, musikalisch und visuell stark befragt die Inszenierung Horváths Figuren nach individuellen Handlungsoptionen in der allgemeinen Misere. |
Details | Regie: Charlotte Sprenger Mit Weitere Termine |
Premieren: »Nora oder Ein Puppenhaus« & »Kasimir und Karoline« | Nationaltheater Mannheim
24.09. & 25.09.2026 07.09.2026, 11:40
Den Auftakt macht Julia Gudi mit Henrik Ibsens »Nora oder Ein Puppenhaus«, das ab Donnerstag, 24. September, im Studio Werkhaus zu sehen ist. Bereits einen Tag später, am Freitag, 25. September, feiert Ödön von Horváths Volksstück »Kasimir und Karoline« in der Regie von Charlotte Sprenger Premiere im Alten Kino Franklin.


