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MARIE-ANTOINETTE ODER KUCHEN FÜR ALLE! Komödie von Peter Jordan - Stadttheater Bremerhaven

Premiere: 29. März 2026, 18:00 Uhr // Kleines Haus

24.03.2026

«Ihr habt kein Brot, ja? Dann fresst doch Kuchen!» ruft Marie-Antoinette dem Volk zu – in Peter Jordans Komödie. Auch wenn dieses Zitat heute als erfunden gilt, fungiert es doch als zynischer Kommentar auf die Not im Nachklang der Französischen Revolution. So unauthentisch wie Marie–Antoinettes Zitat ist die Behauptung, dass dieses Stück in einem historischen Setting spiele, denn die darin gestellte politische Frage ist auch eine heutige: Was geschieht, wenn das bisherige politische System zusammenzubrechen droht, das neue wenig tragfähig ist und die Zukunft offen?

© Anni Strauss

Denn Marie-Antoinette und ihr Ehemann König Ludwig XVI. sind Figuren im Jetzt, sie warten im Palast von Versailles auf ihre Hinrichtung. Grund genug, ungeduldig zu werden und sich einfach selbst eine Guillotine zu basteln. Nur funktioniert diese noch nicht einwandfrei und köpft Madame Dubarry, die abgelegte Geliebte von Ludwig XV. Zusätzlich müssen beide Brot für das Volk backen, wenn sie diesem schon keinen Kuchen anbieten können: Als besonderes Element der Inszenierung kommen auf der Bühne Brotbackautomaten zum Einsatz.

 «Das Volk wird betrogen! Bei uns war immerhin klar von wem, und jetzt ist es einfach nur – komplizierter!», sagt Ludwig im Stück. Für Schauspielleiter Peter Hilton Fliegel ein zentraler Satz des Stücks. Mitten in einem Prozess der Demokratisierung versuchen Marie-Antoinette und Ludwig, die Illusion aufrechtzuerhalten, dass sie noch Königin und König wären, obwohl sie längst hätten verstehen müssen, dass ihre Zeit abgelaufen ist. Und parallel dazu wollen die Revolutionäre zwar freie Wahlen einführen, interessieren sich aber genauso wenig für das einfache Volk wie die Monarchen, und erkennen deshalb nicht, dass Demokratie ohne mündige Bürger nicht funktionieren kann. So durchdringt die Komik des Stücks alle Facetten eines politischen Umbruchs, ist nicht bloße Überzeichnung – und schon gar kein Selbstzweck.

/ durchgesehen und ergänzt von Leonhard Koppelmann

INSZENIERUNGMatthias Thieme
BÜHNE & KostümeHeike Mondschein
DRAMATURGIEPeter Hilton Fliegel
LICHTFrauke Richter
  
MARIE ANTOINETTEAngelika Hofstetter
LUDWIG XVI.Frank Auerbach
JEAN PIERRE, KARDINAL DE ROHAN, GUILLAUME DE LA TOUR, ROBESPIERREKay Krause
CÉCILE, MADAME DUBARRY, NAPOLEON BONAPARTE (10 J.), JUNGER REVOLUTIONÄRAnna Caterina Fadda
  
REGIEASSISTENZ & INSPIZIENZFinn Lorenzen
SOUFFLAGELea Beckmann

 Weitere Termine:

10.04., 17.04., 23.04., 13.05., 30.05. / 19:30 Uhr

 24.05. / 15:00 Uhr

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Herausgeber des Beitrags: theaterkompass.de

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