Der Preis für diese „Selbstenteignung“: Ihr Mann trennt sie gewaltsam von ihrem gemeinsamen achtjährigen Sohn und zettelt einen Sorgerechtsstreit unter Vorspiegelung falscher Tatsachen an. Die Erzählerin ist starr vor Schmerz, erkämpft sich mit manisch betriebenem, täglichen Schwimmtraining körperliche Stärke und einen seelischen Gefühlspanzer. Sie kämpft um ihren Sohn, der sich immer weiter von ihr entfernt, taumelt zwischen einer Vielzahl von Gefühlen: Wut, Angst, dem Verlangen nach unverbindlichem Sex und dem Bedürfnis nach engeren Verbindungen, einer tiefen inneren Leere und zugleich einer nie zuvor gekannten Freiheit.
Die Autorin Constance Debré geht hart ins Gericht mit gesellschaftlichen Normen und mit sich selbst. Felicitas Brucker setzt als Regisseurin nach „Nora“, „Die Freiheit einer Frau“ und „Baumeister Solness“ ihre leidenschaftliche Auseinandersetzung mit den Widersprüchen weiblicher Lebensentwürfe fort und interpretiert „Love me tender“ (ins Deutsche übersetzt von Max Henninger, erschienen bei Matthes & Seitz Berlin, 2024) mit einer radikal körperlichen Performance für drei starke Schauspielerinnen.
„Mich interessiert die Fragilität, die eintritt in dem Moment, in dem man sich davon verabschiedet, gesellschaftliche Erwartungen zu erfüllen und das nachzuleben, was als richtig abgefeiert wird, in dem man die schönen, glatten, perfekten Bilder ablegt. Auch im Theater, auf der Bühne. Denn Sicherheit gibt es nie.“ – Felicitas Brucker
- Mit Katharina Bach, Jelena Kuljić, Annette Paulmann
- Regie Felicitas Brucker
- Bühne & Kostüm Viva Schudt
- Musik Markus Steinkellner
- Video Lion Bischof
- Dramaturgie Viola Hasselberg
So 18.1. 20:00
Di 20.1. 20:00
Di 27.1. 20:00
Di 17.2. 20:00, Einführung ab 19:30
Do 19.2. 20:00, Einführung ab 19:30


