„Mit dem Programm des Kunstfestes feiern wir die lebendige, verbindende Kraft künstlerischen Schaffens und setzen auf Begegnungen und gemeinsam geteiltes Erleben“, sagen Katharina Germo und Juliane Hahn.
Den Auftakt bildet die Festivaleröffnung am 21. August mit der Open-Air-Performance „RoZéO“ der französischen Kompanie Gratte Ciel im Ilmpark, bei der die Artist*innen auf sechs Meter hohen biegsamen Stangen über der Landschaft schweben.
Ebenfalls Teil der Eröffnung ist das außergewöhnliche Konzertprojekt „Soundtrack for Midnight TAMURO“ von Masamitsu Araki. Inspiriert von Erinnerungen des Künstlers ans Aufwachsen im ländlichen Raum Japans sowie von der Begegnung mit der Thüringer Autotuning-Szene entsteht eine Suite für ein Ensemble von Fahrzeugen mit getunten Soundanlagen – zu sehen und zu hören an zwei Spätsommernächten auf der Festwiese Apolda.
Zu den weiteren Höhepunkten zählen besondere Orchesterformate sowie die Tanzgastspiele „Izithukuthuku“ aus Johannesburg und „Maldonne“ vom französischen Shootingstar Leïla Ka. Außerdem Teil des Programms: Drei aktuelle Theaterarbeiten aus Chișinău, Thessaloniki und Berlin. Anhand sehr unterschiedlicher künstlerischer Strategien fragen Nicoleta Esinencu, Prodromos Tsinikoris und das libanesische Künstler*innenduo Lina Majdalanie und Rabih Mroué danach, wie sich Macht in das kollektive Gedächtnis einschreibt und wessen Stimmen dabei verloren gehen.
Die Uraufführung einer szenischen Lesung von Franziska Winkler erzählt die Geschichte einer taub-hörenden Familie und von der Unterdrückung der Deutschen Gebärdensprache im Schulsystem der DDR. Gemeinsam mit „Pas Moi“ von Diana Anselmo entsteht ein Schwerpunktwochenende mit und von Tauben Künstler*innen. Beide Veranstaltungen werden in Deutscher Gebärdensprache und deutscher Lautsprache realisiert.
Über das gesamte Festival hinweg erstreckt sich zudem ein generationenübergreifendes Panorama ostdeutscher Stimmen und Erzählungen: die Lesung des Debütromans vom Podcaster Don Pablo Mulemba, Tanja Krone und „Die erste Sicherheitskonferenz des ehemaligen Ostens“, die Pionierin des künstlerischen Aktivismus der DDR Gabriele Stötzer, eine Filmretrospektive zu Thomas Heise sowie das Leipziger Duo Studio Urbanistan, das im Weimarer Schwanseebad deutsch-deutsche Geschichten vom Schwimmenlernen auffächert.
Mit dem Festivalzentrum im Lichthaus entsteht ein zentraler Treffpunkt für Publikum, Künstler*innen und Stadtgesellschaft. Konzerte, Lesungen, Filmabende, Workshops, eine Videoausstellung mit Geschichten ehemaliger Vertragsarbeitender, Angebote für Familien sowie ein Thementag zu lebendiger Erinnerungsarbeit bilden das Programm. Während des Kunstfests bietet das Festivalzentrum Gelegenheit zum Austausch und zum Verweilen in entspannter Atmosphäre.
Alle Infos: www.kunstfest-weimar.de


