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"König Lear" von William Shakespeeare, Theater der Stadt Koblenz

22.04.2008

Premiere am Samstag, 26. April, 19.30 Uhr im Grossen Haus

In einem letzten Staatsakt will König Lear sein Reich unter seine drei Töchter aufteilen. Pamphlete sind vorbereitet, die Öffentlichkeit ist geladen.

Von Tochterliebe sollen die Erklärungen handeln. Regan und Goneril

funktionieren im System: brav tragen sie ihre Liebesbeteuerungen vor und

werden mit einem Teil des Reiches belohnt. Einzig Cordelia hält sich nicht

an die Absprachen. Sie liebt ihren Vater so wie es ist, nicht mehr, nicht

weniger. Lear sieht sich vor der Öffentlichkeit gedemütigt, verstößt

Cordelia und gibt den anderen beiden Töchtern ihren Teil dazu. Bei diesen

beiden will er abwechselnd seinen Lebensabend verbringen. Einen

Lebensabend, wie er sich für einen König gehört. 100 Ritter begleiten ihn

und nehmen die Gastfreundschaft Regans und Gonerils in Anspruch. Von

Gelagen ist die Rede, Ausschweifungen, wilden Festen. Den Töchtern wird es

bald zuviel. Lear soll sein Gefolge verkleinern. Doch der weicht nicht von

seinem Recht: 100 Ritter und keiner weniger. Der Streit eskaliert. Niemand

kann härter, unversöhnlicher, tödlicher streiten als Blutsverwandte.

Lear wird wahnsinnig. Er flieht in die Heide, setzt sich den Gewalten der

Natur aus, beweint sein Schicksal. Nur sein Narr begleitet ihn. Edgar, der

verstoßene Sohne Gloucesters stößt zu ihnen. Irre auch er, aber

selbstgewählt irre. Und schließlich ist da auch Gloucester, der den Betrug

seines unehelichen Sohnes Edmund an Edgar erkannt hat, der Lear helfen

will, indem er ihn zu seiner Tochter Cordelia bringt und den Regan für

diese Hilfe blenden lässt.

Je mehr das Stück voranschreitet, desto mehr wandelt es sich von der Tragödie zur Groteske, zu einem Theater der Narren. Wenn man angesichts der „Foltern der Welt“ nicht mehr an Gott, die Natur und die Geschichte appellieren kann, dann wird der Narr zur Hauptfigur des Theaters. Albert Camus schreibt: „Nicht weniger als vier Narren – einer aus Beruf, einer aus Neigung, die beiden anderen aus Qual: vier verwirrte Körper, vier unaussprechliche Gesichter ein und desselben Zustands.“ König Lear ist Shakespeares schwärzestes Stück. Ein großartiger, unerbittlicher Entwurf einer Welt, die aus den Fugen ist.

Inszenierung: Annegret Ritzel

Bühne: Siegfried E. Mayer

Kostüme: Gera Graf

Mit: Heinz Trixner, Madeleine Niesche, Andrea Wolf, Neda Rahmanian,

Maximilian Laprell, Klaus Lehmann, Werner Tritzschler, Till Krabbe, Markus

Angenvorth, Roman Schmelzer, Dirk Diekmann, Olaf Schaeffer, Markus Scherer, Daniel Heck, Bernd Rieser, Boris Weber, Günther Dittrich u.a.

Weitere Vorstellungen: 3./ 7./ 13./ 19./ 22./ 30. Mai; 1./ 14./ 19./20.

Juni

www.theater-koblenz.de

Karten unter: 0261 / 129 2840-41

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Herausgeber des Beitrags: theaterkompass.de

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