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Johann Strauss, "Die Fledermaus", am Oldenburgischen Staatstheater

Premiere Sa 30. November 2013 um 19.30 Uhr im Großen Haus. -----

Es ist nicht allein der Champagner schuld an den Verwechslungen und Irrungen in dieser wilden Nacht – auch wenn dieser »Majestät« in Johann Strauß’ wohl bekanntestem Werk ausgiebig gehuldigt wird.

Verwirrung stiftet vor allem die Intrige des gedemütigten Dr. Falke, der einst in einem Fledermauskostüm dem Spott der Kleinstadtgesellschaft ausgesetzt war und jetzt seine Chance nutzt, um sich an seinem ›guten Freund‹, dem Lebemann Gabriel von Eisenstein, zu rächen. Und so werden die Kammerzofe als Schauspielerin, die Gattin als ungarische Gräfin und Eisenstein selbst als französischer Marquis maskiert und auf den Ball des Prinzen Orlofsky geschickt. Dass darauf am frühen Morgen im Gefängnis nur Kopfschmerz und Katzenjammer folgen können, liegt dann auch weniger am Champagner als in der Natur der Dinge.

Mit der Fledermaus gelang Strauß ein grandioser Erfolg: Die Musik mit ihren Couplets, Ensembles und walzersatten Finali markiert den Höhepunkt der goldenen Operettenära. Strauß wollte mit seinem Werk jedoch nicht nur Unterhaltungsware produzieren, sondern dem Publikum einen Zerrspiegel vorhalten – und taucht deshalb immer wieder in die Abgründe der Kleinbürgerhölle ab. Vor allem das Libretto von Richard Genée nach dem Lustspiel Le Réveillon der Offenbachlibrettisten Halévy und Meilhac zeichnet ein nahezu perfektes Bild einer saturierten und höchst perfiden Mittelschicht und schlägt gekonnt den Bogen in die Gegenwart.

Regisseur K.D. Schmidt wird diesen »Tanz auf dem Vulkan« auf die Bühne des Oldenburgischen Staatstheaters bringen und dabei Strauß’ Satire wieder ihre Schärfe und Würze geben. Wieso soll man Ausschweifung und Feier nicht als wichtigen kathartischen Moment einer Beziehung deuten? Die Maskerade bringt so neuen Wind und Leben in das eingerostete Eisensteinsche Ehegefüge.

Komische Operette in drei Akten (1874)

mit einer Einlage von Gordon Kampe (2013)

Text von Karl Haffner und Richard Genée nach Ludovic Halévy und Henri Meilhac (1872)

Musikalische Leitung: Paul-Johannes Kirschner; Inszenierung: K.D. Schmidt; Bühne: Alain Rappaport; Kostüme: Britta Leonhardt; Chor: Thomas Bönisch; Dramaturgie: Lars Gebhardt

Mit: Inga-Britt Andersson, Monika Reinhardt; Peter Felix Bauer, Benjamin Boresch, Paul Brady, Stefan Heibach/Daniel Ohlmann, Johannes Held, Henner Momann, Ziad Nehme/Michael Pegher

Opernchor des Oldenburgischen Staatstheaters

Oldenburgisches Staatsorchester

Weitere Vorstellungen:

Fr 6., Do 12., Mi 18., Sa 28., Di 31. Dezember

Matinée: So 24. November, 11.15 Uhr, Kleines Haus * Eintritt frei

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