Chaplin agiert hier als tollpatschiger Tramp, der seine Schuhe verspeist und seine aufgespießten Brötchen auf einer Gabel tanzen lässt. 1942 vernichtete Chaplin die ursprüngliche Fassung, die aber jetzt wieder rekonstruiert wurde. Erzählt wird in atemlos-spannender Weise von der fieberhaften Goldsuche in Alaska Ende des 19. Jahrhunderts. Die zunächst unerwiderte Liebe zu Georgia nimmt ein glückliches Ende, als der Tramp schließlich aufgrund eines sensationellen Goldminenfundes mit seinem Partner zum Millionär wird. Für den Landstreicher ändert sich damit alles. Es gelingt dem zuerst als Trottel verspotteten Tramp tatsächlich, die Achtung der Gesellschaft zu gewinnen und seine angebetete Georgia zu heiraten.
Nach "Modern Times" und "City Lights" haben Cornelius Meister und das Staatsorchester Stuttgart jetzt ihre erfolgreiche Arbeit als Filmorchester fortgesetzt. In Chaplins kongenialer Musik finden sich neben Nikolai Rimsky-Korsakows "Hummelflug" auch Richard Wagners "Oh, du mein holder Abendstern" aus der Oper "Tannhäuser" sowie Peter Tschaikowskys "Dornröschen"-Walzer. Meister gelang es, die dynamischen Kontraste und die harmonische Vielseitigkeit dieser ungewöhnlich lebendigen Musik minuziös herauszuarbeiten.
Ein musikalischer Höhepunkt war in jedem Fall der grandiose "Hummelflug" beim oft auftretenden "Schneesturm", dessen Intensität ständig zunahm. Und auch den Klangfarbenreichtum beim von einem riesigen Felsen herabstürzenden Haus in den Bergen von Alaska konnte man nicht vergessen. In letzte Minute werden die beiden Protagonisten gerettet. Zuvor hat im Film sogar ein Bär die Hütte unsicher gemacht, der schließlich erlegt wird und den beiden Protagonisten als Nahrung dient. In den weiteren Rollen sind neben Chaplin Georgia Hale als Georgia, Mack Swain als Big Jim Mc Kay, Tim Murray als Black Larsen, Malcolm Waite als Jack Cameron sowie Henry Bergman als Hank Curtis zu sehen. Es sind vor allem die tricktechnischen Errungenschaften, die bei diesem Stummfilm in besonderer Weise faszinieren.
Jubel.


