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Gioacchino Rossinis DIE ITALIENERIN IN ALGIER - Theater Kiel

10.03.2009
Kategorien: Deutschland, News

Premiere Sa | 14. März | 20 Uhr | Opernhaus

Mustafà, der Bey von Algier, langweilt sich. Er ist der unterwürfigen Gespielinnen seines Harems - und vor allen Dingen seiner Hauptfrau Elvira - überdrüssig.

Damenwechsel ist angesagt, der Bey hätte gern etwas Würzigeres auf seinem „Speiseplan“. Da trifft es sich gut, dass Korsaren-Kapitän Haly gerade ein Schiff mit italienischen Passagieren gekapert hat, unter denen sich die rassige Isabella in Begleitung ihres Verehrers Taddeo befindet. Isabella wird dem Bey vorgeführt, dessen Hormone bei ihrem Anblick prompt außer Rand und Band geraten. Doch Isabella ist eigentlich nur in Algier gelandet, um nach ihrem verschwundenen Liebsten Lindoro zu suchen, der wiederum in der Zwischenzeit zum Lieblingssklaven Mustafàs avanciert ist und überdies ausersehen ist, mit dessen abgelegter Hauptfrau in die Freiheit „zu verschwinden“. Eine elegante Lösung, die jedoch nicht mit einer Isabella gerechnet hat. Die Italienerin revolutioniert den Harem und landet schließlich einen absurd- genialen Coup: Sie gaukelt dem Bey vor, er könne den Ehrentitel eines „Pappataci“ erwerben. „Pappatacis“ blieben still und stumm, was auch immer sie hören und sehen würden. Und so bleibt der Bey still und stumm, als Isabella, Lindoro und Taddeo vor seinen Augen fliehen.

So frei erfunden die Geschichte um eine abenteuerlustige Italienerin und kapernde Algerier auch klingen mag, ganz ohne historisches Fundament ist sie nicht. Seit dem 16. Jahrhundert war Algerien Teil des Osmanischen Reichs und hatte sich durch aggressiven Sklavenhandel zum Albtraum der Nachbarstaaten gemausert. Die algerischen Korsaren waren gefürchtete Piraten, die den gesamten Mittelmeerraum unsicher machten – sogar bis zu den Küsten Islands hatten sie sich zeitweise vorgewagt. Als Vorlage für Angelo Anellis Libretto galt die Geschichte der Mailänderin Antonietta Frapolli Suini, die 1805 von algerischen Piraten entführt worden war und nach Aufenthalten in verschiedenen Harems nach Italien zurückkehren konnte.

Musikalische Leitung: Johannes Willig

Inszenierung: Thomas Enzinger

Bühne: Norbert Ziermann

Kostüme: Veronika Lindner

Mit:

Şen Acar / Lesia Mackowycz, Marina Fideli, Chien-Chi Lin, Merja Mäkelä, Jörg Sabrowski / Manfred Sabrowski, Kyung-Sik Woo, Kemal Yaşar

Und vieles mehr unter www.theater-kiel.de

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Herausgeber des Beitrags: theaterkompass.de

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