Theaterkompass.de Logo

"Geschlossene Gesellschaft", Drama von Jean-Paul Sartre, Landestheater Coburg

Premiere: 13.02.2026, 20 Uhr in der Reithalle

11.02.2026

Inès, Estelle und Garcin finden sich nach ihrem Tod in einem Raum wieder, der keinen Ausgang kennt – ohne Fenster, ohne Spiegel, ohne Entkommen. Kein Feuer, keine Folterwerkzeuge, und doch ist dieser Ort zweifellos die Hölle. Jede Hoffnung auf Erlösung zerschellt am Blick der anderen.

© Bastian Suffa

Was wie ein harmloser Raum erscheint, entpuppt sich als Labor der Macht, denn: Die drei Figuren sind Gefangene eines Systems von Bewertung, Unterwerfung und Hierarchie, das längst in ihren Körpern und Gedanken weiterlebt. Jeder Blick wird zur Waffe, jede Geste zur Anklage, jede Erinnerung zum Beweisstück. So werden die drei einander zu ihren eigenen Folterknechten.

Sartres "Geschlossene Gesellschaft" als Grundlage eines politischen Experiments, verdeutlicht heute mehr denn je die Kontrollmechanismen einer patriarchalen Gesellschaft. Was bedeutet Identität in einer Welt, in der wir uns nur im Auge des anderen erkennen können? Welche Freiheit bleibt, wenn das Wahrgenommenwerden zu einer Form der Unterdrückung wird? Verantwortung ist keine moralische Option mehr, sondern ein Akt des Widerstand: gegen das Patriarchat, gegen die Wiederkehr faschistischer Ideologien, gegen die Verweigerung der eigenen Freiheit.

Deutsch von Hinrich Schmidt-Henkel

  • Tjana Thiessenhusen (Inszenierung)
  • Sarah Methner (Bühnenbild und Kostüme)
  • Valentin Kleinschmidt (Sound)
  • Anne Verena Freybott (Dramaturgie)

Nils Liebscher Garcin
Antonia Bockelmann Estelle
Martina Dähne Inès

Weitere Informationen zu diesem Beitrag


Herausgeber des Beitrags: theaterkompass.de

Teile den Beitrag auf

Background image of the page