Auch über 100 Jahre nach der Uraufführung — aufgrund von Zensurbestimmungen fand diese erst 1892 statt — fasziniert das Stück durch die provokative Betrachtung von Rollenerwartungen und sozialen Normen, persönlicher Identität und zwischenmenschlichen Beziehungen samt deren Zerbrechlichkeit.
Die junge Adlige Julie fühlt sich von den Erwartungen ihrer Umgebung eingeengt, völlig entgegen den Ansprüchen an ihr Geschlecht und ihren Stand flirtet sie mit dem deutlich älteren und ihr untergebenen Diener Jean. Der wittert die Chance auf den sozialen Aufstieg und kann den aufreizenden Avancen nicht lange widerstehen. Doch das Hinwegsetzen über den ihnen jeweils zugeschriebenen gesellschaftlichen Status bleibt nicht ohne Konsequenzen. Ein gefährlicher Kampf aus Verlangen, Macht und Unterwerfung entwickelt sich.
nach der Übersetzung von Peter Weiss
Inszenierung Marlene Schäfer
Ausstattung Ariane Königshof
Licht Laura Seibl , Michl Zechendorff
Dramaturgie Jessica Sonia Cremer
Regieassistenz, Abendspielleitung, Inspizienz und Soufflage Dominique Dietel
Mit
Emma Lotta Wegner (Fräulein Julie) Frank Röder (Jean) Anne Simmering (Kristin)


