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"Sa­lo­me" von Richard Strauss - Komische Oper Berlin

Premiere: Samstag, 22. November 2025, 19:00, Schillertheater – Großer Saal, Bismarckstraße 110, 10625 Berlin

17.11.2025
Kategorien: Oper, News, Deutschland

Schon lange vor Oscar Wilde trat Salome auf – in der Bibel. Schon damals stand geschrieben, wie König Herodes, seine Stieftochter Salome und Johannes der Täufer (Jochanaan) ihre Köpfe verlieren – auf unterschiedliche Weise.

König Herodes hat ein Auge auf seine Stieftochter, auf Salome. Sie ekelt sich vor seinen unziemlichen Blicken und hat ihr Auge auf einen anderen Mann geworfen: auf den gefangenen Propheten Jochanaan, der Salome keines Blickes würdig findet. Der König gebietet Salome, für ihn zu tanzen; er wünscht, sie zu sehen, ganz und gar – ohne Hüllen. Der Tanz der sieben Schleier ist das prekäre Ereignis: Salome bietet sich entblößend den Blicken des Königs und seiner Festgemeinschaft an. Für diesen Tanz will sie einen extremen Lohn von Herodes sehen: »Den Kopf des Jochanaan!« Die Tragödie der Blicke nimmt ihren Lauf – bis zum letzten Augenblick.

Sehen / nicht Sehen ist stets Teil des erotischen Spiels: »Nie erblickst du mich da, wo ich dich sehe.« Diese Liebes-Formel umschreibt die Tragödie des entfesselten Begehrens, das nicht an sein Ziel kommt und stets im Mangel endet. In Salome verpassen sich alle und gehen zugrunde. Logischerweise nannte der Komponist Richard Strauss sein Werk »Ein Scherzo mit tödlichem Ausgang«.

Regisseur Evgeny Titov stellt die Konstruktion erotischer Phantasmen in den Mittelpunkt seiner Inszenierung. Projektion und Gegenprojektion jagen und verpassen einander. Voyeurismus und Exhibitionismus sind Teil einer unterdrückten Sexualität und Teil des selben Verlangens zwischen Begehren und Verbot, zwischen Rausch und Tod. Wie schon in Œdipe von George Enescu geht es dem Kreativ-Team um die Ur-Frage der Antike: Wie entsteht Schuld?

Musikalische Leitung
James Gaf­figan
Inszenierung
Ev­ge­ny Ti­tov
Bühnenbild
Ru­fus Did­wis­zus
Kostüme
Es­ther Bia­las
Choreografie
Mar­ti­na Bor­roni
Dramaturgie
Wolfgang Behrens
Licht
Sebastian Alphons

Herodes
Matthias Wohl­brecht
Herodias
Ka­ro­li­na Gu­mos
Salome
Ni­cole Che­va­lier
Jochanaan
Gün­ter Pa­pen­dell
Narraboth
Agus­tín Gó­mez
Ein Page der Herodias
Su­san Zar­ra­bi
Erster Jude
Iv­an Tur­šić
Zweiter Jude
Jo­han­nes Dunz
Dritter Jude
Tho­ma Ja­ron­-Wutz
Vierter Jude
Fer­di­nand Kel­ler
Fünfter Jude
Andrew Nolen
Erster Nazarener
Jun­oh Lee­
Zweiter Nazarener
Chris­toph Späth
Erster Soldat
Phi­lipp Mei­er­hö­fer
Zweiter Soldat
Andrew Harris
Ein Kappadokier
Ste­pha­nos Tsira­koglou
Ein Sklave
Grace Held­ridge
Tänzer:innen
Mi­cha­el Fer­nan­dez/Ben­ja­min Ge­rick­e/Lind­say Dunn/Clau­dia Gre­co/Rachel Skipor/Lea Birkhoff/Da­ni­elle Be­za­ire/Alicia Diges Sanz/Gabriella Lemma/Giorgia Bortoluzzi/Laura Beschi/Valeriia Hereha/Theoni Boufi/Leonor Campillo
Komparserie
Komparserie

Orchester
Or­ches­ter­ der­ Ko­misch­en Oper Ber­lin

Weitere Vorstellungen am 28. November, 7., 12., 18., 27. Dezember, letzte Vorstellung in dieser Spielzeit am 3. Januar 2026.  

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Herausgeber des Beitrags: theaterkompass.de

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