Zohar Shoef hat eine weiträumige Bühne geschaffen, die den Tänzerinnen und Tänzern viele Freiräume lässt. Man denkt hier auch an die schwindelerregenden Szenen aus Alfred Hitchcocks Film "Vertigo" sowie an die unendliche Energie des Universums. Dabei bedeutet der Begriff "Kuma" so etwas wie "Aufstehen" von einer sehr schwer durchlittenen Situation. Die Bewegung des Herzens soll hier spürbar gemacht werden. Das Leben wird gefeiert - und der Blick richtet sich tänzerisch auf die Augen. Inmitten von Chaos und Aufruhr halten sich die Tänzer fest, gehen aufeinander zu, lassen sich nicht mehr los. "Kuma" entstand unter dem Eindruck des Terrorangriffs vom Oktober 2023. Das war ein tiefer und tragischer Einschnitt in der Geschichte Israels. Deswegen wird auch in einem Meer aus gelben Blumen getanzt. Sie stehen als Symbol für Neubeginn und Optimismus.
Gemeint ist hier auch die Hoffnung auf die Rückkehr von Geiseln. Aufgrund der stets spannungsvollen Dynamik kann das Publikum mühelos in diesen inspirierenden Raum eintauchen. Die Tänzer suchen immer wieder nach einem Halt zwischen Fallen und Aufrichten. Sie lauschen den Klängen in subtilen Bewegungen nach. So entstehen kleine Zwischenräume. Es sind Momente des Innehaltens, des Atemholens und der Ruhe. Einzelne Figuren schweben sphärenhaft über die Gruppe. Es ist auch ein geheimnisvolles Schweben zwischen Himmel und Erde. Dabei wird das Publikum ganz bewusst in das visuelle Geschehen mit einbezogen. Etai Peri, Micah Amos, Eden Ben-Shimol, Ilan Golubovich, Korina Fraiman, Noa Israely, Niv Karibi, Alma Karvat Shemesh und Eshed Weissman symbolisieren hier die intensive Suche nach universellen Weiten.
Am Schluss großer Jubel.


