Offenbach wurde bis zu seiner letzten Oper als Meister der spritzigen Operette gefeiert. Mit diesem Werk schrieb er eine Oper voller Spuk, Ironie und Sehnsucht. Ihre Vorlage sind die phantastischen Erzählungen E. T. A. Hoffmanns, die schon im 19. Jahrhundert Leser*innen in ganz Europa fasziniert haben. Den Dichter selbst machen Offenbach und seine Librettisten zum Helden. Er spielt in seinen Geschichten mit, verliebt sich immer wieder und trifft am Ende der Oper auf seine Muse. Die berühmte Barcarole kennen auch Menschen, die noch nie eine Oper besucht haben.
Alle vier Frauenrollen, Olympia, Antonia, Giulietta und Stella, singt in Münster Ana Durlovski. Die im heutigen Nordmazedonien geborene Koloratursopranistin gehörte von 2011 bis 2019 zum Ensemble der Staatsoper Stuttgart. Dort erhielt sie für die Titelpartie in Bellinis „La sonnambula“ den Deutschen Theaterpreis DER FAUST. Als Königin der Nacht trat sie an der Wiener Staatsoper, der Bayerischen Staatsoper, der Semperoper Dresden und der Metropolitan Opera in New York auf. 2016 sang sie erstmals bei den Bayreuther Festspielen. Die Olympia hat sie bereits in Stuttgart und am Teatro Real in Madrid gesungen.
Offenbach hat die Uraufführung nicht mehr erlebt. Schwer krank arbeitete er bis zuletzt an der Partitur und starb während der Proben. Er hinterließ reiches, aber unfertiges Material, aus dem jedes Theater bis heute seine eigene Fassung zusammenstellt. So ist „Hoffmanns Erzählungen“ ein Werk geblieben, das sich immer wieder neu erzählen lässt. Die Münsteraner Inszenierung nimmt dieses Erzählen selbst in den Blick. Sie fragt, warum Menschen einander Geschichten erzählen und was sie ihnen bedeuten können, wenn die Welt aus den Fugen gerät.
Die gebürtige Salzburgerin Magdalena Fuchsberger hat sich in den vergangenen Jahren als Opernregisseurin einen Namen gemacht. Ihre Inszenierung von Verdis „Simon Boccanegra“ am Theater Hagen zählte die Fachzeitschrift „Opernwelt“ zu den besten Verdi-Inszenierungen der letzten Jahre in Deutschland. 2023 debütierte sie mit Poulencs „Dialogues des Carmélites“ an der Wiener Staatsoper. Am Theater Münster inszeniert sie bereits zum vierten Mal; hier hat sie auch schon die Eröffnungspremiere mit Ernst Kreneks „Leben des Orest“ gestaltet.
Als Produktionsdramaturg arbeitet Sergio Morabito mit ihr zusammen. Gemeinsam mit dem Regisseur Jossi Wieler erarbeitete er legendäre Inszenierungen, die zweimal mit dem Deutschen Theaterpreis DER FAUST für die beste Regie im Musiktheater ausgezeichnet wurden. Von 2020 bis 2025 war Morabito Chefdramaturg der Wiener Staatsoper.
Libretto von Jules Barbier nach Erzählungen von E. T. A. Hoffmann
Besetzung:
Hoffmann: Garrie Davislim
Olympia, Antonia, Giulietta, Stella: Ana Durlovski
Nicklausse/La Muse/La Voix de la Tombe: Wioletta Hebrowska
Lindorf/Coppélius/Dapertutto/Dr. Miracle: Johan Hyunbong Choi
Andrès/Cochenille/Pitichinaccio/Frantz: Kylian Kyoungloul Kim
Spalanzani/Nathanaël: Youn-Seong Shim
Lutter/Crespel: Kihoon Yoo
Hermann/Schlémil: Yoggeon Hyeon
Wilhelm oder Wolfram: N.N.
SINFONIEORCHESTER MÜNSTER
Opernchor und Extrachor des THEATER MÜNSTER
Künstlerisches Team:
Musikalische Leitung: Henning Ehlert
Regie: Magdalena Fuchsberger
Bühne & Kostüme: Dorothee Curio
Lichtdesign: Jan Hördemann
Dramaturgie: Sergio Morabito
Chorleitung: Anton Tremmel
Weitere Vorstellungen: 14.11., 19:30Uhr/ 20.11., 19:30Uhr/ 24.11., 19:30Uhr/ 03.12., 19:30Uhr/ 11.12., 19:30Uhr/ 27.12., 16:00Uhr/ 03.01., 18:00Uhr/ 14.01., 19:30Uhr/ 05.02., 19:30Uhr/


