Theaterkompass.de Logo

Enda Walsh, "Disco Pigs", Mainfranken Theater Würzburg

04.04.2008

Premiere: 12. April 2008 | 20:00 Uhr | Kammerspiele

„Keiler un Wildsau sitzn in der großn Luftblase, die mein Lebn is! Seit siebzehn Jahr hat sich nix verändert, garnix!

Keiler blickt immer noch zu mir rüber, un der Blick hält mich fest: im Keilerschritt! Un Wildsau is wirklich bloß das Ferkel in diesem Saugespann. Also auf auf auf auf auf auf auf auf auf auf auf auf auf auf auf auf: Mädchen, aufgehts! Die Wahl hast du, Party Görl!“

Schweinl und Ferklin sind 17, am selben Tag in derselben Kleinstadt geboren und unzertrennlich. Sie saufen, klauen und verdreschen, was sich ihnen in den Weg stellt. Sie sprechen ihre eigene Sprache, leben ihren eigenen Rhythmus. So aggressiv sie gegen Dritte sind, so zärtlich gehen sie miteinander um. Mit dem letzten Geld fahren sie ans Meer – Keiler Geschenk für seine Freundin Wildsau zum gemeinsamen 17. Geburtstag. Danach gehts zum Abtanzen in die Disco. Doch plötzlich ist alles anders. Keiler rastet aus und Wildsau haut ab. Will einfach nur WEG. RAUS. WAS ANDERES!

Der irische Dramatiker Enda Walsh wurde 1967 geboren und studierte nach seinem Schulabschluss Film in Dublin und London. Mit seinem 1996 uraufgeführten Erfolgsstück „Disco Pigs“, das 2001 verfilmt wurde, schaffte er den europaweiten Durchbruch als Dramatiker. Neben seiner Tätigkeit als Autor arbeitet er zudem selbst als Schauspieler und Regisseur. Nach den aktuellen Diskussionen um Jugendgewalt ist das Stück thematisch hochaktuell und die Schauspieler müssen für eine überzeugende Darstellung tief eintauchen in die Sphäre aus Frust, Aggression und Gewalt, die die Figuren prägt. Das bedeutet energiegeladenes, temporeiches Spiel, welches sowohl mentale als auch körperliche Kraft erfordert. Durch ein speziell auf die besonderen Bedürfnisse des Stücks ausgerichtetes Körpertraining werden die Figuren ganz aus den beiden Schauspielern, ihren besonderen Qualitäten und Eigenschaften heraus entwickelt. Das macht „Disco Pigs“ direkt, persönlich und schonungslos brutal - wie Walshs Sprache es ebenfalls ist.

Inszenierung: Bernhard Stengele

Bühne: Sandra Dehler

Kostüme: Hella Bünte

Körper- und Stimmtraining Katharina Weithaler

Dramaturgie: Petra Paschinger

Keiler: Philipp Reinheimer

Wildsau: Katharina Ries

Weitere Informationen zu diesem Beitrag



Herausgeber des Beitrags: theaterkompass.de

Teile den Beitrag auf

Background image of the page