Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
DAS VERSPRECHEN von Friedrich Dürrenmatt - Theater BernDAS VERSPRECHEN von Friedrich Dürrenmatt - Theater BernDAS VERSPRECHEN von...

DAS VERSPRECHEN von Friedrich Dürrenmatt - Theater Bern

Premiere 31. März 2016, 19:30 Uhr, KUBUS, Waisenhausplatz. -----

Ein entsetzliches Verbrechen erschüttert die Stadt: Die Leiche der kleinen Gritli wurde gefunden, blutüberströmt. Die verzweifelte Mutter fordert Kommissar Matthäi, der kurz davor steht, seinen Dienst zu quittieren und das Land zu verlassen, das Versprechen ab, den Mörder zu finden.

Für die Stadtöffentlichkeit und Matthäis Kollegen liegt die Lösung auf der Hand: von Gunten ist der Mörder, ein Aussenseiter, der das tote Kind entdeckt hat und schon einmal wegen eines Sittlichkeitsvergehens angeklagt war. Der streitet zunächst ab, doch Matthäi ist der Einzige, der ihm glaubt; seine Kollegen setzen von Gunten unter Druck, bis er gesteht – und sich dann umbringt. Die Gesellschaft ist zufrieden, selbst Gritlis Mutter sieht Matthäis Versprechen erfüllt; er könnte den Fall zu den Akten legen und die Enge der Stadt und des Landes fliehen – doch es gelingt ihm nicht. Das gegebene Wort lässt ihn nicht los, auch wenn er der Einzige ist, der es nicht eingelöst sieht, auch wenn niemand sonst von ihm fordert, was er von sich fordert: den wahren Mörder zu finden. Um weitere Morde zu verhindern, aber auch um Recht zu behalten. Und weil er es versprochen hat. Besessen verfolgt er eine letzte Spur, gegen den Widerstand der anderen – und beschreitet einen zweifelhaften und gefährlichen Weg.

 

1957 erhielt Dürrenmatt den Auftrag, ein Drehbuch für den später weltberühmt gewordenen Film „Es geschah am helllichten Tag“ zu schreiben, der die Öffentlichkeit über Sexualverbrechen an Kindern aufklären sollte. Fast zeitgleich entwickelte er den Stoff weiter. Wie in anderen Kriminalromanen von Dürrenmatt werden klassische Erzählmuster unterlaufen und das Verbrechen in eine Landschaft eingebettet, die Kollektivschuld wird ins Zentrum gerückt. Demgegenüber wirkt die Tat des Einzelnen

fast schon banal.

 

Regie

Niklas Ritter, 1972 in Berlin geboren, studierte am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig und war Regieassistenz am Südthüringischen Staatstheater in Meiningen. Danach Arbeit als freier Regisseur und Videokünstler, viele Jahre auch an der Seite von Armin Petras (u.a. in Stuttgart für Ich werde hier sein im Sonnenschein und im Schatten). Am Maxim Gorki Theater inszeniert er Der Mann Ohne Vergangenheit, Westwärts und Die Reise. Von 2011 - 2013 ist er Leitender Regisseur am Anhaltischen Theater in Dessau, wo er u.a. Hamlet, Peer Gynt, Wer hat Angst vor Virginia Woolf und Der Kirschgarten inszeniert. Darüber hinaus arbeitet er kontinuierlich am Hans Otto Theater in Potsdam und am Theater Bonn, wo er zuletzt Leben des Galilei und Die Räuber inszenierte.

 

Regie Niklas Ritter

Bühne und Kostüme Bernd Schneider

Komposition und Musikalische Leitung Tilman Ritter

Dramaturgie Eva-Maria Bertschy

 

Mit

Kornelia Lüdorff, Mariananda Schempp, Nico Delpy, Lukas Hupfeld, Stéphane Maeder, Jürg Wisbach – Musiker Jan Kersjesr

 

Weitere Vorstellungen 01., 06., 07., 09., 20., 21., 23.,

24., 28., 29. April | 01. (Gastspiel Zug) 04., 07., 08., 31. Mai | 02., 08. Juni 2016 |

Öffentliche Probe 23. März 2016, 19:00

 

 

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 15 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

DEM VOLKSTÜMLICHEN VERBUNDEN -- Zweiter Teil des Tschaikowsky-Zyklus' mit dem Staatsorchester Stuttgartder in der Liederhalle/STUTTGART

Das Staatsorchester Stuttgart musizierte unter der elektrisierenden Leitung von Cornelius Meister im zweiten Teil des Tschaikowsky-Zyklus zunächst die selten zu hörende Sinfonie Nr. 2 in c-Moll aus…

Von: ALEXANDER WALTHER

ANKLÄNGE AN SCHWANENSEE --Tschaikowsky-Zyklus, 7. Sinfoniekonzert des Staatsorchesters Stuttgart unter Cornelius Meister

Die eher selten zu hörende Sinfonie Nr. 1 in g-Moll "Winterträume" op. 13 von Peter Tschaikowsky besitzt überraschende Anklänge an dessen Ballettmusiken zu "Nussknacker" und "Schwanensee", was…

Von: ALEXANDER WALTHER

MIT STÜRMISCHER BEWEGUNG -- Carl-Flesch-Akademie Baden-Baden mit Meisterkonzert 2.0 Kammermusik im Hotel Maison Messmer

Diesmal konnte man die Auslese aus fast 280 Bewerbungen aus 56 Ländern hören. Es war ein ausgezeichnetes Kammermusik-Konzert der Extraklasse. Zunächst erklang das mit feinsinniger Balance musizierte…

Von: ALEXANDER WALTHER

LIEBE IST ETWAS WUNDERBARES -- Martina Gedeck und Xavier de Maistre im Ordenssaal bei den Ludwigsburger Schlossfestspielen

"Licht und Schatten" in Musik und Literatur beleuchteten sehr eindrucksvoll die bekannte Schauspielerin Martina Gedeck und der berühmte Harfenist Xavier de Maistre im Ordenssaal. Von Rainer Maria…

Von: ALEXANDER WALTHER

Schlussapplaus -- „Favourite Things“ von Demis Volpi in der deutschen Oper am Rhein

Das Beste kommt zum Schluss! Lieblingstücke der Ballettkompagnie, des Publikums, des Ballettdirektors, mit „Favourite Things“ verabschiedet sich Demis Volpi vom Ballett am Rhein um die Nachfolge von…

Von: Dagmar Kurtz

Alle Kritiken anzeigen

folgen Sie uns auf

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑