Das Festival nimmt die Zusammenkunft im Wald von Bwa Kayiman am 14. August 1791 zum Ausgangspunkt, die den Beginn der Revolution markierte und an deren Ende die Etablierung der ersten Schwarzen Republik stand. Heute gehören Mangroven zu den am stärksten bedrohten Ökosystemen der Erde. Die Rodung zum Zwecke der Landwirtschaft und der Erweiterung von Städten sowie die globale Erwärmung und der Anstieg der Meeresspiegel bedrohen ihre Existenz. Dieselben Kräfte, die einst das Plantagensystem geschaffen haben, untergraben nun das Leben an den Küsten und auf den Inseln. Sie setzen damit eine Logik kolonialer Gewalt fort, die die aktuelle ökologische Krise verstetigt. Bwa Kayiman: Crossing the Mangrove reagiert auf diese tragische Kontinuität. Mit künstlerischen Interventionen und einer kollektiven Präsenz bietet das Programm die Gelegenheit, andere Wege des Wahrnehmens, Erinnerns und Handelns zu erproben. Die diesjährige Ausgabe des Festivals leiht sich ihren Titel von dem bahnbrechenden Roman Traversée de la mangrove (Unter den Mangroven, 1989) der Schriftstellerin Maryse Condé. Sie verwendet das rhizomatische Ökosystem als zentrale Metapher, um über die Entstehung von Gemeinschaften jenseits gemeinsamer Merkmale nachzudenken. Die tiefreichenden, ineinander verflochtenen Wurzeln der Mangroven nutzt Condé als Chiffre für die Herausforderungen und Strategien, mit denen sich die heutigen karibischen Gesellschaften und Individuen bei der Bekräftigung ihrer pluralistischen Identität und der Bewahrung eines Gefühls von Zugehörigkeit konfrontiert sehen. In Anlehnung an Condés Überlegungen wirft das Festival eine Reihe von Fragen auf: Wie lassen sich Räume sowie politische und kulturelle Praktiken erhalten, in denen Pluralität kontinuierlich gepflegt wird? Wie lassen sich wechselseitige Beziehungen mit Land und Natur fördern? Und wie können die Ökosysteme gewürdigt werden, die eine so bedeutende Rolle bei der Bekämpfung kolonialer Gewalt gespielt haben? Im Dialog mit Denker*innen und Praktiker*innen aus der Karibik, den Amerikas, Afrika, Asien und Europa thematisiert das Festival die ökologischen Implikationen des Kolonialismus, drängende Umweltprobleme und potenzielle Formen der Übernahme ökologischer Verantwortung. Wie schon die vorangegangenen Ausgaben verfolgt auch Bwa Kayiman: Crossing the Mangrove das Ziel, die Stimmen jener Communitys zu stärken, die weiterhin nach Emanzipation streben. Die diesjährige Ausgabe präsentiert einen eigenen Programmteil, der gemeinsam von Mitgliedern der okinawanischen Diaspora in Berlin kuratiert wurde. Mit: |
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Programm Eintritt frei, sofern nicht anders angegeben |
Bwa Kayiman: Crossing the Mangrove Über Wälder als Schauplätze öko-politischen Wissens Sa., 1.8. So., 2.8. The First Songs Three Thousand Songs Records (David Zink Yi, Dany Arce Paneque, Rodney Barreto, Marvin Diz, Yuliesky González Guerra, Regis Molina, David Leon) Performance |
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