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BETÖRENDE VISIONEN -- Ludwigsburger Schlossfestspiele: Les Ballets de Monte-Carlo im Forum am Schlosspark LUDWIGSBURG

am 25.7.2026

Geschrieben von ALEXANDER WALTHER

Für seine spannungsvolle Inszenierung von "Ma Bayadere" hat Jean-Christophe Maillot auf zwei moderne Bearbeitungen zurückgegriffen. Zum einen auf die Fassung von John Lanchberry für das American Ballet Theatre - und zum anderen auf eine Version aus dem Jahre 2018, aufgenommen vom Evergreen Symphony Orchestra unter der Leitung von Kevin Galie.

© Les Ballets de Monte-Carlo

Die Musik liefert ein Profi: Der in Wien geborene Geiger und Komponist Leon Minkus war seit Beginn der 1850er Jahre in Russland an zahlreichen renommierten Theatern und Opernhäusern tätig. Er war ein genialer Melodiker, aber als Komponist stellte er sich ganz in den Dienst des Tanzes und lieferte für dieselbe Choreografie oft mehrere Melodien zur Auswahl. Und dieser Musiker wurde von dem begnadeten Choreografen Marius Petipa begleitet - so entwickelte sich ein Erfolgsduo. Petipas Originalproduktionen verbinden Tanz, Musik, Kostüm und Bühnenbild. Das wird dann zu einem Gesamtkunstwerk. 

Daran knüpft der Hauschoreograph Jean-Christophe Maillot an. Bühne und Kostüme von Jerome Kaplan ergänzen sein Konzept sinnvoll. Die Musik wird von Bertrand Maillot ergänzt. Das Werk führt das Publikum hier hinter die Kulissen und veranschaulicht den Probenalltag einer Tanzkompanie. Gleichzeitig spiegelt das vielschichtige Stück "Ma Bayadere" das eigene Leben des Schöpfers wider. So reflektiert Maillot im Stück "Vers un Pays Sage" den frühen Tod seines Vaters. Fiktion und Realität werden immer wieder aufgelöst. Und das Publikum wird direkt in das Geschehen des Probenraums hineingezogen. Die Künstler verschmelzen darin mit den Figuren, die sie verkörpern. 

Im Mittelpunkt der Eröffnungsszene stehen der Choreograph Rajah und der Ballettmeister Brahma. Brahma soll Rajah bei seiner Arbeit unterstützen. Er hat jedoch ein Auge auf die junge Tänzerin Niki geworfen. Niki trifft dann auf den Tänzer Solo, sie sehnt sich an der Balletstange nach seiner Nähe. Niki will sich unbedingt gegenüber der Star-Tänzerin Gamza behaupten, beide liefern sich einen erbitterten Kampf. Das Ensemble ist intensiv mit den Proben zur Szene "La danse infernale" beschäftigt. Das Liebeschaos stürzt Niki in die Krise. Rajah ersetzt sie kurzerhand durch ihre Rivalin Gamza. Die Situation eskaliert, Niki verliert die Beherrschung und stirbt schließlich! Ein tragischer Höhepunkt. Solo kann nicht fassen, was passiert ist und taucht dank Opium in eine Fantasiewelt ein. Dabei ergeben sich starke Bilder. Der orientalische Palast verschwindet, eine weiße Traumlandschaft beherrscht die Szene. In dieser Welt scheint das Unmögliche wahr zu werden: Niki und Solo können endlich ihre Liebe feiern! Gamzas Herz erwacht und das Trio tanzt hier einen wunderbaren, ausdrucksvollen Pas de trois. Das große 

Finale spiegelt das pure Glück des ganzen Ensembles wider und endet in einer grandiosen Farandole! Überhaupt überzeugt die Kompanie immer wieder mit stupender Sprungtechnik und graziösen Pirouetten. Juliette Klein als Niki, Romina Contreras als Gamza, Ige Cornelis als Solo, Jaat Benoot als Rajah, Michele Esposito als Brahma und Francesco Resch als Magda bilden eine betörend-faszinierende tänzerische Einheit. Immer bleibt der Rhythmus hier klar und eingängig. 

Riesenjubel für das gesamte Ensemble! 

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