Im deutschsprachigen Raum auch Johanna von Orléans oder Jungfrau von Orléans genannt, verhalf die 17-jährige Französin 1429 mitten im Hundertjährigen Kriegs zwischen England und Frankreich dem späteren französischen König Karl VII. zum Sieg über England und Burgund, indem sie das französische Heer anführte. Im Mai 1430 wurde sie bei der Belagerung von Compiègne von burgundischen Truppen gefangen genommen und an die Engländer ausgeliefert. Jeanne d’Arc wurde angeblicher Hexerei verurteilt und 1431 in Rouen auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Sie wurde zur französischen Nationalheldin und in der römisch-katholischen Kirche als Heilige verehrt. Stoff für Hoch- und Popkultur: Friedrich Schillers 1801 veröffentlichtes Drama „Die Jungfrau von Orléans“ wird bis heute gespielt. Vita Sackville-West brachte 1936 ein Buch über Johanna heraus, Künstler*innen und Aktivist*innen wie Monique Wittig, Madonna, Leslie Feinberg, Lidia Yuknavitch und Audre Lorde begannen über sie zu schreiben. Seit Jahrhunderten steht Johanna für die Diskussion um soziale Klasse, Geschlecht, Religion und Feminismus. Sie wollte nicht als Frau bezeichnet werden und trug männlich konnotierte Kleidung, ihren aktivistischen Auftrag erhielt sie nach eigenen Aussagen direkt von Gott.
Was diese schillernde Figur bis heute relevant macht, betrachtet Hannah Schillinger in ihrer genre-übergreifenden Performance „JOAN“. Hannah Schillinger geht von Schillers Drama und queerfeministischen Perspektiven aus, verwebt zeitgenössische Einflüsse und erzählt die Geschichte mit drei Performer*innen durch Bewegung und Gesang sinnlich und kollaborativ neu. Wie können heroische und religiöse Gesten umgedeutet und rekontextualisiert werden?
Choreografie, Konzept: Hannah Schillinger
Performance/Co-Choreografie: Eléonore Bovet, Julie Carrere
Sounddesign/Komposition: s.t3v
Lichtdesign: Vito Walter
Bühne&Kostüm: Lucy / Louis Caspar Schmitt
Dramaturgie: Jenny Mahla
Künstlerische Produktion: Laura Manz


