Theaterkompass.de Logo

"Belshazzar", Oratorium von Georg Friedrich Händel - Komische Oper Berlin

Premiere: Samstag, 28. März 2026, 19:00 Uhr Schillertheater – Großer Saal, Bismarckstraße 110, 10625 Berlin

28.03.2026
Kategorien: Länder, Deutschland, News, Oper

Regierende Rüpel sind wieder in Mode und an der Macht. Dieser Typus Mann räumt auf, stürzt um, greift durch, nimmt aus; und er fühlt sich dabei toll, jung und heiterdestruktiv. Auch König Belshazzar war ein Rüpel, ein Monsterregent im Nahen Osten in biblischen Zeiten …

© jan Windszus

Im Rausch eines höfischen Festes verhöhnt König Belshazzar den jüdischen Gott Jehova: »Ich bin der König von Babylon!« Gegen Mitternacht flimmert an der Wand eine Rätsel-Schrift auf: MENE, MENE, TEKEL UPHARSIN. Niemand kann die Zeichen deuten. Die kluge Königinmutter will den jüdischen Propheten Daniel befragen. Er wird geholt – deutet die Zeichen. MENE: Der Gott, den du gelästert, hat deine Tage gezählt und endet sie. TEKEL: Du bist gewogen und für zu leicht befunden worden. UPHARSIN: Dein Reich wird aufgeteilt zwischen Medern und Persern. Das Oratorium endet wie prophezeit – mit dem Tod des Rüpel-Königs und der beglückenden Befreiung des babylonischen und jüdischen Volkes aus dessen Herrschaft.

Herbert Fritsch – wieder da! – findet in diesem Stoff ein ideales Material. Die legendäre Geschichte von König Belshazzar wird bei Fritsch aus dem oratorienhaften Habitus in einen wilden Tanz überführt. Sein entfesseltes Theater jagt die Figuren in diverse Wechselbäder der Gefühle: Stolz und Freude, Liebe und Hass, Hoffnung und Hybris, Horror und Panik. All diese Affekt-Räume sind in Händels Oratorium zu hören. Aus den der barocken Komposition fein abgelauschten Partikeln filtert Fritsch die Motive für sein horrendes Körperspiel. »Alles muss haarscharf in eine tobende Ordnung gebracht werden.« Dieses Motto von Antonin Artaud könnte dem Händel-Fritsch-Abend an der Komischen Oper Berlin gut vorstehen. Man darf gespannt sein – Fritsch ist es auch.

Libretto von Charles Jennens nach Bibeltexten

Musikalische Leitung: George Petrou
Inszenierung, Bühnenbild und Kostüme: Herbert Fritsch

Mit: Robert Murray (Belshazzar), Soraya Mafi (Nitocris), Susan Zarrabi (Cyrus), Ray Chenez (Daniel), Philipp Meierhöfer (Gobrias)

Vocalconsort Berlin, Chorsolisten und Orchester der Komischen Oper Berlin.

Weitere Vorstellungen am 3., 5., 19., 25. April und 1. Mai, letzte Vorstellung in dieser Spielzeit am 8. Mai. 

Weitere Informationen zu diesem Beitrag


Herausgeber des Beitrags: theaterkompass.de

Teile den Beitrag auf

Background image of the page