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Ballettdoppelabend LA VALSE / LE SACRE DU PRINTEMPS, Koproduktion mit dem Thüringer Staatsballett, im Theater Erfurt

Premiere am 10. Januar 2026 um 19 Uhr findet im Theater Erfurt

23.12.2025
Kategorien: Ballett, Deutschland, News

Maurice Ravels Ballettmusik zu La Valse, die zwischen 1906 und 1920 entstanden ist, zählt zu seinen größten Meisterwerken. Choreograf Stephan Thoss hört darin jedoch weit mehr als nur den Walzer. In Kombination mit Ravels früherer kleinen Komposition Pavane pour une infante défunte und Jean Sibelius’ Valse triste entwickelt Thoss eine Choreografie, die in einer verschneiten Landschaft rund um ein Paar auf verschiedenen Zeitebenen vom Erinnern und Vergessen erzählt.

© Ronny Ristok

Igor Strawinskys Ballettmusik Le Sacre du printemps von 1913 ist eines der Schlüsselwerke der Neuen Musik. Es markiert nicht nur einen Wendepunkt in Strawinskys musikalischer Poesie, sondern auch in der Geschichte des modernen Tanzes. Edward Clug wendet sich dem Wasser als zentralem Element seiner Choreografie zu, das wie ein überraschender Regen im Frühling den Winter hinwegspült und neues Leben aus der Erde sprießen lässt.

Maurice Ravel und Igor Strawinsky verband um 1910 nicht nur eine freundschaftliche Beziehung, sondern auch ein gemeinsamer Auftrag: Sergei Diaghilew, Gründer und Leiter der legendären Ballets Russes, bat die beiden Komponisten, jeweils eine Ballettmusik für seine Kompanie zu schreiben. In einem Doppelabend bringen die beiden international renommierten Choreografen Stephan Thoss und Edward Clug ihre jeweils eigenständigen künstlerischen Handschriften auf einer Bühne zusammen – unabhängig voneinander entwickelt und doch in einem spannungsvollen Dialog vereint.

Den Auftakt gestaltet Stephan Thoss mit Maurice Ravels sinfonischer Dichtung „La Valse“. In seiner choreografischen Lesart hört Thoss weit mehr als den Wiener Walzer: eine Musik, die sich wie eine abwärts gerichtete Spirale entfaltet und alles mit sich reißt. Wehmut, pochende Herzschläge der Tanzenden und dunkel gefärbte Klangwelten prägen die Atmosphäre, die immer wieder von aufblitzenden Momenten überschäumender Ausgelassenheit durchbrochen wird. Zusammen mit Ravels früh entstandenen „Pavane pour une infante défunte“ und Jean Sibelius‘ „Valse Triste“ entwickelt Thoss eine Choreografie, die in einer verschneiten Landschaft von einem gemeinsam gealterten Paar erzählt, welches sich an die Vergangenheit mit seinen schönen und traurigen Momenten erinnert. 

Im zweiten Teil des Abends wendet sich Edward Clug einem gänzlich anderen Element zu: dem Wasser. Zu Igor Strawinskys ikonischer Ballettmusik „Le Sacre du Printemps“ entwickelt Clug eine intensive, physisch höchst fordernde Choreografie. Auf einer regennassen Bühne wird das Wasser zum Sinnbild für Erneuerung – wie ein überraschender Frühlingsregen, der den Winter vertreibt und neues Leben hervorbringt. Mit seiner kraftvollen und zugleich radikal zeitgenössischen Herangehensweise eröffnet Clug eine neue, faszinierende Perspektive auf Strawinskys Meisterwerk.

Dieser Doppelabend verspricht ein eindrucksvolles Tanztheatererlebnis zwischen Erinnerung und Aufbruch, zwischen Eis und Wasser, zwischen Vergangenheit und Gegenwart.

Musikalische Leitung / Clemens Fieguth
Choreografie / Stephan Thoss, Edward Clug
Ausstattung / Stephan Thoss, Marko Japelj, Leo Kulas

Weitere Termine: 17.01.2026, 19 Uhr | 01.02.2026, 15 Uhr | 27.02.2026,
19.30Uhr | 15.03.2026, 18 Uhr | 07.06.2026, 18 Uhr | 10.06.2026, 19.30 Uhr

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Herausgeber des Beitrags: theaterkompass.de

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