In einer unbedeutenden deutschen Kleinstadt versucht Frau Adam ihr Automatenbüfett am Laufen zu halten – ein «Restaurant», das, obwohl es Speisen und Getränke auf Knopfdruck gibt, keinesfalls ohne menschliche Arbeitskraft auskommt. Deshalb kommt es dem Betrieb auch zugute, als Herr Adam eines Tages vom Angeln statt Fisch eine tropfnasse Frau mit in das Lokal bringt. Jene Eva, die eigentlich schon mit dem Leben abgeschlossen hatte, wurde von dem Hobbyangler gegen ihren Willen aus dem Wasser gezogen und erweist sich nun für das Automatenbüfett insofern als Segen, als sich die Männerrunde des «Deutschen Amateur-Fischer-Verbands», die sich dort regelmäßig versammelt, nur zu gern von ihr das Bier bringen lässt.
Spätestens jedoch, als sich Eva Herrn Adams vermeintlich bahnbrechender Idee von einer industriellen Fischzucht verschreibt, gerät der Mikrokosmos des Automatenbüfetts aus dem Lot und die immerwährende Ordnung der Kleinstadt ins Wanken.
Das Stück der erst vor einigen Jahren wiederentdeckten österreichischen Autorin Anna Gmeyner entstand vor dem Hintergrund einer Welt am Abgrund: «Europa ist ein Pulverfass, in das jeden Moment der zündende Funke fallen kann», heißt es darin prophetisch. 1933 zwang der Nationalsozialismus die jüdische Schriftstellerin ins Exil, aus dem sie zeit ihres Lebens nicht mehr zurückkehrte. Ihr Werk wird erstmals auf einer Münchner Bühne zu sehen sein.
Inszenierung Elsa-Sophie Jach
Bühne Bettina Pommer
Kostüme Belle Santos
Komposition Samuel Wootton
Licht Barbara Westernach
Video Niels Voges
Dramaturgie Constanze Kargl
MIT Carolin Conrad, Anna Drexler, Patrick Isermeyer, Delschad Numan Khorschid, Florian von Manteuffel, Thomas Reisinger, Max Rothbart, Simon Zagermann sowie Niels Voges (Live-Video)

