Beim 13. Tanztreffen der Jugend im Haus der Berliner Festspiele setzen sich zehn prämierte Produktionen mit Erinnerungskultur, gesellschaftlichen Konventionen, Gefühlen, Tod und Lebenszyklen auseinander. Dabei loten die jungen Tänzer*innen Spartengrenzen aus und bedienen sich übergreifender künstlerischer Praktiken. Der vollständige Spielplan ist auf der Website veröffentlicht, heute um 14:00 Uhr startet der Ticketverkauf. |
Gemeinsam mit ihren Gästen eröffnen die diesjährigen Preisträger*innen-Ensembles am 26. September 2026 das 13. Tanztreffen der Jugend. Durch den Abend führen Estera Sara Stan und Aliyye Sahin, den Prolog gestalten Ole Bartel und Mia Windel.
In der anschließenden Aufführung Till Eulenspiegel – Teile Von Mir begegnet das tfn-Jugendensemble aus Hildesheim in Kooperation mit SALTAZIO der Figur des Till Eulenspiegel als Sinnbild für Widerspruch, Neugier und Trotz. Zwischen zeitgenössischem Tanz und Performance entfalten sich eindrückliche Bilder, die Eulenspiegels Bedeutung für die Gegenwart erkunden.
Am 27. September präsentieren sich zwei Duette und ein Solo: LA PREMIERE FOIS ist eine poetische Erzählung des Stuttgarter Tanzduos EMMATHEO über erste und prägende Momente von Ängsten, Träumen, Misserfolgen, Siegen und Selbstvertrauen, bei der Hip-Hop in einen sinnlichen Dialog mit Texten, Video und Streetart tritt. zwischenkörpern zeigt den tänzerischen Dialog zweier Körper. Soley Huber und Jonathan Walker vom tanzApartment-Studio aus Berlin durchlaufen unterschiedliche Beziehungszustände von Lebensfreude, Erschöpfung, Konflikt, Verständnis und gegenseitigem Halt. Schwarz ist schließlich ein Solo von Zhechang Yuan AKA Mr. Chaos aus München, das die Bedeutung der Farbe Schwarz enthüllt: Tod, Kälte, Wiedergeburt. In poetischen Bildern drückt die Körpersprache mittels Krumping, Waacking, Breaking und Kampfsport aus, worüber nicht gerne gesprochen wird.
Am 28. September zeigt die Oberstufentheatergruppe des Dientzenhofer-Gymnasiums in Bamberg Die Ermittlung – nach Peter Weiss. Basierend auf den Protokollen des ersten Frankfurter Auschwitzprozesses macht die Inszenierung die Mechanismen von Gewalt, Schuld und Selbstentlastung in einer chorischen und körperlichen Sprache erfahrbar und fragt gleichzeitig, wie Hoffnung möglich bleibt.
Am 29. September ist zunächst die Produktion Herzhaft romantisch der TanzTheater-AG Neukölln 11, Schule am Bienwaldring, Förderzentrum mit dem Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung aus Berlin zu erleben. Unter dem Motto „(E)motion“ spiegelt die Arbeit die individuellen emotionalen Zustände und Lebenswelten der 13 Tänzer*innen im Alter von 8 bis 18 Jahren wider. Anschließend setzt sich das Ensemble iMove des Saarländischen Staatstheaters aus Saarbrücken in ver_rückt mit verschiedenen Auslegungen und Verwendungen von „etwas verrücken“ und „verrückt sein“ auseinander.
Der 30. September ist mit Nichts wird vergessen den Erinnerungen von Zeitzeug*innen gewidmet, die den Holocaust überlebt haben. Gemeinsam mit den Choreograf*innen Stefan Hahn und Rafaela Molina initiieren die Tänzer*innen der Perform[d]ance Jugendkompanie aus Stralsund auf der Basis von dokumentarischen Erinnerungen eine Suchbewegung für eine neue Erinnerungskultur – aktivistisch, den Blick weitend und ins Mark treffend.
Am 1. Oktober zeigt zunächst die SYMBIONYX Jugend Tanz Company aus Düsseldorf mit Streetvoices eine Hommage an die Stimmen der Straße und die Vielfalt der urbanen Tanzkultur. Das Stück erzählt von Gemeinschaft, Individualität und Stärke. Im anschließenden Stück find no words to say der JugendTanzCompany fabrik Potsdam wird Tanz zur Sprache, um gehört und verstanden zu werden. In Momenten von Freude, Wut, Überwältigung oder tiefer Verbindung sagt der Körper, was Worte nicht beschreiben können.
Zum Abschluss des Festivals lädt das Tanztreffen der Jugend junge Tanzschaffende aus Berlin und Umgebung ein, sich im Rahmen der Arena #11 mit den Teilnehmenden des Tanztreffen der Jugend tänzerisch auszutauschen. |