Sein Marienoratorium "Stella Maris" entstand zur 1.000-Jahrfeier der Kathedrale von Chartres, sein Dreikönigsoratorium zum 700jährigen Bestehen des Kölner Doms und sein Reformationsoratorium "Katharina" für das Fraumünster Zürich.
Mit HAGIOS beschreitet er nun einen persönlicheren Weg. Es ist kein monumentales Werk, sondern eine Musik, die ihren Weg auch in kleine Kreise finden kann. Das Wort "hagios" entstammt übrigens dem Altgriechischen und meint das Heilige - jenes Nicht-Nennbare, auf das alle Religionen letztlich ausgerichtet sind.
Seit 2015 komponiert Burggrabe unter diesem Titel ein wachsendes Repertoire an Gesängen. Mit Texten wie "Shalom, Salam", "Jeder Teil dieser Erde ist mir heilig", "Je suis un instrument de ta paix" oder "Friede sei mit dir, Friede sei mit mir..." umkreisen diese Gesänge das Thema Frieden. Die Lieder sind ein- bis vierstimmig, mit bewusst einfachen Melodien so konzipiert, dass sie von möglichst vielen Menschen gesungen werden können. Im Mittelpunkt stehen klösterliche Gesangstraditionen. Gregorianik, orthodoxe Liturgie oder Gesänge der Taize-Bewegung bilden das Zentrum. Die Texte schöpfen aus christlicher Liturgie, biblischen Quellen, Lyrik und alten Sprachen. Äusserer Frieden beginne mit innerem Frieden. Wer inneren Frieden erlebe, könne anders in die Welt treten: offener, aufmerksamer, widerstandsfähiger gegen Hass und Verhärtung, engagiert für Versöhnung und Frieden, so Burggrabe. Das spürt man auch bei seiner Musik. "Un instrument de ta paix" lebt vom stimmungsvollen Zusammenklingen vieler Instrumente. "Segenskraft" wirkt befreiend und entlastend zugleich. Das Suchen hat ein Ende, das Gesuchte war nie fort. "Amen" erscheint hier als großer Klangraum des Einverständnisses. Die intensive Melodik behauptet sich immer wieder in ergreifender Weise.
Der Titel "Inmitten von Leben" beschreibt Gedanken des Arztes, Philosophen, Theologen, Musikers und Pazifisten Albert Schweitzer. Darin drückt sich die Ehrfurcht vor allem Leben aus. "Talita kum" ist ein Aufruf Jesu in aramäischer Sprache und bedeutet: "Mädchen, ich sage dir, steh auf!" Und "Aus der Tiefe rufe ich zu dir" bietet Hilfe, Orientierung und Heilung zurgleich. "Viriditas" erinnert an die Mystikerin, Ordensfrau, Theologin und Komponistin Hildegard von Bingen. Der Gesang preist hier die "Grünkraft" als göttliche Wirkkraft in allem Seienden. "Effata" bedeutet "öffne dich!" Mit diesem Zuspruch weckte Jesus die Sinne eines Menschen. Der Chor agiert hier zusammen mit Akkordeon, Perkussion und Streichern sehr einfühlsam und geradezu mystisch. Die Hoffnung auf Umkehr und Wandlung bringt "Kyrie eleison" für Chor, Klavier und Streicher. "Agape Hymnus" umkreist die göttliche Liebe Agape als eine nie versiegende Quelle.
Empfehlung!


