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"Spind’l… Sp’ich’r – Still’" von Alexander Stutz - Bühnen Bern

Premiere: 4. September 2026 um 19:30 Uhr - Vidmar 2

Das Theaterstück erzählt von einem dunklen Kapitel der Schweizer Geschichte – von den fürsorgerischen Zwangsmassnahmen, die bis in die 1970er-Jahre tief in das Leben von zehntausenden Menschen eingriffen.

© Bühnen Bern

 Wohlstand, Demokratie und Freiheit im Herzen Europas: Das ist die Schweiz! Doch das Bild trügt. Lange war die Schweiz das Armenhaus Europas. Und bis in die 1970er- Jahre gingen Behörden in der ganzen Schweiz im ­Namen von Recht und Ordnung gegen Personen vor, deren ­Lebensweise nicht der gesellschaftlichen Norm entsprach.

Als «arbeitsscheu» und «liederlich» abgestempelt, wurden vor allem junge Frauen willkürlich in Heime ­eingewiesen – die Armut wurde bekämpft, ­indem man die Armen bekämpfte. Unter dem Deckmantel von «­Erziehung» und «Therapie» zwang man sie zu harter ­Arbeit in der Landwirtschaft oder in Fabriken. Diese «Fürsorgerischen Zwangsmassnahmen» sind nicht nur Einzelschicksale, sondern betrafen Zehn­tausende und sind Teil eines kollektiven Traumas, das über Genera­tionen nachwirkt. 

Der Schweizer Autor Alexander Stutz hat Betroffenen zugehört, Archive durchforstet und daraus ein Stück entwickelt, das den Erinnerungen der Menschen ebenso nachhorcht wie dem Rhythmus der Maschi­nen in den Fabriken. Gleichzeitig entsteht das Porträt einer Gesellschaft, die allzu gerne Leid übersieht und ak­zep­tiert, wenn es als nützlich, gerechtfertigt oder notwendig angesehen wird. Inszenieren wird die junge Regisseurin Amelie von Godin, die sich bereits mit der Uraufführung von Anaïs Clercs Schimmernde ­Schluchten in Bern vorgestellt hat.

Regie Amelie von Godin 
Austattung Kristin Buddenberg 
Musik Christine Hasler 
Licht Reto Dietrich 
Chor Julia Kiesler 
Dramaturgie Krystian Podwórny 

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