Wien, Sommer 1914. Europa steht am Rande des Abgrunds, doch unverdrossen trifft sich die höhere Gesellschaft zum Feiern. Der Prinz von Perosa lädt zum Maskenball. In dessen Zentrum tanzen drei selbstbewusste Frauen: Die heiß umworbene Gräfin Aurelie beginnt just mit dem verwegenen Max von Reisenberg ein Verhältnis, das von vornherein unter keinem guten Stern steht. Denn dieser umwirbt auch die schöne Sängerin Judith, die wiederum in den Mann ihrer Schwester verliebt ist. Trotzdem lässt sich Judith auf Max ein, stellt aber klare Bedingungen – eine Liebesnacht, nicht mehr. Auch Seraphine, eine aufstrebende Violinistin, hat eine Romanze mit Max. Aber als sie ein Kind von ihm erwartet, entschließt sie sich, dieses Kind allein großzuziehen und weist ihn zurück.
Die titelgebende Verführung ist jedoch mehr als ein erotisch-flüchtiges Spiel. Es geht um Freiheit und Verantwortung, um Täuschung und Selbsttäuschung und um die Frage, welche Konsequenzen man zu tragen bereit ist. Was als vermeintlich leichtes Spiel beginnt, in dem die Figuren ihr Leben selbst als Märchen inszenieren, offenbart sich im Angesicht des herannahenden Krieges als ein Tanz auf dem Vulkan.
In der Inszenierung der ungarischen Regisseurin Ildikó Gáspár werden musikalische Partien aus dem Operettenrepertoire eine besondere Rolle spielen. Sie ergründet die eskapistische Operettenseligkeit einer Gesellschaft, unter deren glitzernder Oberfläche die Risse einer ganzen Epoche hervortreten, einer Gesellschaft kurz vor ihrem moralischen und historischen Zusammenbruch. Schnitzlers selten gespieltes Stück, in dem Lebenshunger und Überdruss, Humor und Verzweiflung nebeneinanderstehen, zeichnet ein Bild, das erschreckend heutig scheint.
In einer Bearbeitung von Ildikó Gáspár
Buch und Regie Ildikó Gáspár
Bühnenbild Lili Izsák
Kostüme Lucas Szabados
Komposition Tamás Matkó
Choreographie Emese Cuhorka
Video András Juhász
Dramaturgie Franziska Trinkaus
Licht Pepe Starman
Live-Musik Flora Lili Matisz
Live-Video Balázs Domokos
Mit: Nils Arztmann, Robert Joseph Bartl, Michaela Klamminger, Joseph Lorenz, Matthias Luckey, Johanna Mahaffy, Ulli Maier, Silvia Meisterle, Susa Meyer, Martin Niedermair, Roman Schmelzer, Lili Winderlich und Johannes Zirner;
Live-Musik: Flora Lili Matisz
An folgenden Tagen übernimmt Alexander Absenger die Rolle des Arduin:
Do, 10.09.2026
Fr, 11.09.2026
Sa, 19.09.2026
So, 20.09.2026
Mi, 14.10.2026


