Die Teufelsgeigerin Bozen Woitasky heizte den Zuhörern zusammen mit Rainer Burgmer als Meister der bis zu 20 Flöten mit feurigen Rhythmen ein. Selbst die Rauschpfeife aus dem 16. Jahrhundert fehlte nicht. Und auch der Einsatz des Dudelsacks ließ bei der "Spanischen Leiter" nicht lange auf sich warten! Berk Demiray sorgte als Gitarrist bei Nummern wie "Diamond", dem schottischen Kampflied "Ye Jacobites by name" oder "Nothing else but strangers" ebenfalls für fetzige Sequenzen. Hinzu kam die junge Musikerin Sophie Keppler mit ihrer strahlkräftigen Stimme, die auch dem Titel "Hochzeit" oder der Ballade von der Einigung Schottlands ein unverwechselbares Profil gab.
Der 30jährige Krieg spielte bei diesem universalen Programm ebenso eine gewichtige Rolle. So gedachte man des Blutbads in Magdeburg im 17. Jahrhundert - und es folgte der bewegende Song "Es ist ein Schnitter, der heißt Tod". Da lebte die eindringliche Lyrik des Dichters Andreas Gryphius wieder auf.
Die elektrisierende Rasanz des irischen Tanzes ging hier wirklich unter die Haut! Neben einem Liebeslied erklang die wunderbare Melodie von "Greensleeves", die angeblich von König Heinrich dem Achten inspiriert wurde. Und es gab auch eine Hommage an die schöne Fischverkäuferin Molly Malone, von der in Irland eine Bronzebüste existiert. Sie starb zusammen mit ihrem Liebhaber an einer Vergiftung. Diese Ballade bestach mit facettenreicher Dynamik. Orientalische und mittelalterliche Elemente wechselten sich bei diesem Konzert immer wieder in reizvoller Weise ab.
Volkslieder und sensible Gedichtvertonungen vollendeten das Programm in ausgewogener Weise. Auch der Whisky wurde musikalisch verherrlicht. Man erinnerte an die irischen Kneipen, die an steilen Klippen zu finden sind! Selbst die Burgen in Rheinland-Pfalz fanden Erwähnung, wo Richard Löwenherz auf der Reichsburg Trifels einst gefangen war.
Jubel und Begeisterung.


