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Uraufführung: "Altbau in zentraler Lage", Eine Schaueroper von Raphaela Bardutzky. von und im Schauspiel Leipzig

Premiere am 22. November 2024, 20 Uhr, Diskothek

21.11.2024

Aus ihrer kleinen Altbauwohnung in der Morris Street wollen Zoey nicht nur die Eigentümer vertreiben, sondern neuerdings auch noch musizierende Gespenster aus dem 19. Jahrhundert.

Da sie nachts arbeitet und tagsüber schläft, bekommt Zoey nur am Rande mit, dass sich in ihrem Zuhause gravierende Veränderungen abspielen. Die Angebote des Vermieters, ihr bei Auszug eine Abfindung zu zahlen, hat sie jedes Mal ignoriert und verdrängt — wohl wissend, dass es nahezu unmöglich sein wird, eine neue Wohnung in ihrer Gegend zu finden, die sie sich leisten kann. Doch um sie herum ziehen immer mehr Menschen aus dem Haus aus und Gespenster treten nun mal vermehrt bei Leerstand auf. Als sie eines Tags im Morgengrauen von der Arbeit nach Hause kommt, hört sie plötzlich Musik, die sich um ihre Glieder legt wie Schlingpflanzen in einem unermesslichen See.

Leider denkt ihr Vermieter gar nicht an eine Geisterbejagung. Einen massiven Gespensterbefall sieht er vielmehr als Chance, das kontrollierte Abbrennen des Gebäudes zu beantragen, um danach neu bauen und teuer verkaufen zu können. Gegen die akustischen Angriffe der Gespenster wehrt sich Zoey deshalb mit lautem Techno aus ihrer Musikanlage — sehr zum Leidwesen ihrer Nachbarin Trisha. Die nimmt die Gespenstermusik nicht wahr, wohl aber die Bässe von nebenan, mitten in der Nacht.

In ihrem Auftragswerk für das Schauspiel Leipzig erzählt Raphaela Bardutzky vom ganz alltäglichen Grauen der Krise am Wohnungsmarkt und mischt dabei Ästhetiken der Schaueroper, des Groschenromans und der Clubkultur miteinander ab. Wie schon ihr Stück „Fischer Fritz“ untersucht „Altbau in zentraler Lage“ das Verhältnis von Sprache und Macht — und bietet zwei verschiedenen Sprachen eine gemeinsame Bühne: in diesem Fall der deutschen Lautsprache und der Deutschen Gebärdensprache.

Raphaela Bardutzky studierte Schauspieldramaturgie, Philosophie und Literaturwissenschaft an der Bayerischen Theaterakademie August Everding und der LMU München. „Fischer Fritz“ erhielt 2021 den Publikumspreis beim „Förderpreis für Neue Dramatik“ an den Münchner Kammerspielen. Es wurde 2022 im Rahmen der Autor:innentheatertage am Deutschen Theater Berlin durch das Schauspiel Leipzig uraufgeführt. 2023 wurde sie für „Das Licht der Welt“ mit dem Bayerischen Kunstförderpreis in der Kategorie Literatur ausgezeichnet.

Mit dieser Uraufführung setzt das Schauspiel Leipzig auch seine Zusammenarbeit mit Salome Schneebeli fort, die in der Spielzeit 2023 / 24 in der Diskothek bereits erfolgreich „America“ von Giorgio Ferretti inszenierte.

Künstlerische Mitarbeit: Athena Lange
Im Rahmen der sozialen Inklusion bietet das Schauspiel Leipzig die Inszenierung zweisprachig in deutscher Laut- und Gebärdensprache an. Dabei bilden hörende und taube Schauspielerinnen und Schauspieler ein gemeinsames Ensemble.

 Regie und Choreographie: Salome Schneebeli
Bühne, Kostüme und Video: Heta Multanen
Dramaturgie: Matthias Döpke
Licht: Thomas Kalz
Ton: André Rauch
Inspizienz: Luisa Rubel
Soufflage: Christiane Wittig
Regieassistenz: Emily Huber
Bühnenbild- und Kostümassistenz: Carolin Schmelz
Maske: Norbert Ballhaus, Astrid Storch
Requisite: Jörg Schirmer
Bühnenmeister: Mattheo Fehse
Regiehospitanz: Lara-Chayenne Zwickert
Mitarbeit Gebärdensprache: Rahel Doehring-Jahn
Deaf Supervisor: Andreas Costrau, Günter Przybylski
Gebärdensprachdolmetschende: Nathalie Fasold, Sarah Harzer, Kristin Lehmann, Nanke Maart, Julia Mischke, Charis Rasch, Theresa Rauch, Anne Winkler
Theaterpädagogische Betreuung: Amelie Gohla

Besetzung
Paula Winteler als Zoey Drope
Athena Lange als Trisha Flice / Mrs Honeycrunch
Michael Pempelforth als Jeff Wailer / Mr Averige / Mrs Honeycrunch
Samuel Sandriesser als Gespenst / Mrs Graham
Eyk Kauly als Gespenst / Mrs Graham / Mrs Badger
Sonja Isemer als Gespenst / Mrs Badger / Grace Lightly

Sa, 23.11. 20:00 — 21:45
mit Deutscher Gebärdensprache
Diskothek
So, 01.12. 20:00 — 21:45
mit Deutscher Gebärdensprache
Weitere Termine in Planung
Spieldauer
ca. 1:45, keine Pause

In dieser Inszenierung wird Stroboskoplicht verwendet.

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Herausgeber des Beitrags: theaterkompass.de

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