Auch Prinz Calaf, der als Flüchtling nach Peking gelangt, verfällt unmittelbar Turandots Aura. Als es ihm tatsächlich gelingt, alle drei Rätselfragen zu beantworten, wird die Prinzessin in ihren Grundfesten erschüttert. Turandot entfacht einen offenen Machtkampf, der am Ende auch unschuldige Opfer fordert.
Der aus Persien stammende Turandot-Mythos war für Giacomo Puccini eine willkommene Vorlage, um seine Musiksprache an die Entwicklungen der Moderne anzupassen. Seine Partitur besticht neben lyrischem Belcanto und buffoneskem Witz folglich mit rhythmischen Überlagerungen, beißenden Dissonanzen und schwebenden Klangfarben. In den zahlreichen Chorszenen hallt die Brutalität der politischen Massenbewegungen wider, die zur Entstehungszeit des Werkes Anfang der 1920er Jahre immer lauter wurden.
Inhaltlich verfolgten Puccini und seine Librettisten das Ziel, Turandots Wandlung von einer hassenden zu einer liebenden Frau plausibel zu erzählen. Ein Vorhaben, das nicht nur am hartherzigen Charakter der Protagonistin, sondern auch an Puccinis überraschendem Tod im Jahr 1924 scheiterte: Das abschließende Liebesduett zwischen Turandot und Calaf lag zu diesem Zeitpunkt lediglich als Skizze vor, die Oper blieb ein Fragment.
In dieser Neuinszenierung wird dem Werk ein neu komponierter Prolog aus der Feder von Lucia Ronchetti vorangestellt. Auf subtile Weise vermittelt sich darin das Vorgefühl einer Katastrophe, die schon in den ersten Takten von Puccinis Partitur ihren unaufhaltsamen Lauf nimmt.
Musikalische Leitung Thomas Guggeis
Inszenierung Andrea Breth
Bühnenbild Johannes Leiacker
Kostüme Ursula Renzenbrink
Licht Alexander Koppelmann
Chor Manuel Pujol
Kinderchor Álvaro Corral Matute
Dramaturgie Maximilian Enderle
Mitwirkende: Elza van den Heever / Olesya Golovneva (Turandot), Alfred Kim (Calaf), Guanqun Yu (Liù),
Liviu Holender (Ping), Magnus Dietrich (Pang), Michael Porter (Pong),
Inho Jeong / Thomas Faulkner (Timur), Michael McCown (Altoum), Erik van Heyningen (Ein Mandarin)
Chor, Extrachor und Kinderchor der Oper Frankfurt
Frankfurter Opern- und Museumsorchester
Weitere Vorstellungen: 16. (19.30 Uhr), 19., 25. April (19.30 Uhr), 1., 3., 9. (19.30 Uhr),
14., 17., 23. (19.30 Uhr), 29. Mai (19.30 Uhr), 4. Juni 2026
Falls nicht anders angegeben, beginnen diese Vorstellungen um 18 Uhr.


