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TORQUATO TASSO Von Johann Wolfgang von Goethe im Theater Bern

Premiere Fr, 5. April 2013, 19:30 Uhr, Stadttheater. -----

In einer Zeit der Ökonomisierung sämtlicher Lebensbereiche thematisiert Goethes «Torquato Tasso» noch heute aktuelle Fragen zur Freiheit und Instrumentalisierung der Kunst, zu Subvention und Mäzenatentum und dem Kulturbetrieb als Anhängsel politischer und gesellschaftlicher Machtstrukturen.

Ein Leben nur für die Kunst? Nach langer und akribischer Arbeit präsentiert Torquato Tasso seinem Mäzen, Herzog Alfons von Ferrara, endlich sein neuestes Dichterwerk. Kaum hat er aber den Lorbeer aus den Händen von Prinzessin Leonore erhalten, spürt er die Last der Ansprüche, die das Künstlerleben in der Öffentlichkeit mit sich bringt. Getrieben von seinen Gefühlen für die Prinzessin

und befeuert durch die Konfrontation mit Alfons’ Chefdiplomaten Antonio, manövriert sich Tasso nach und nach ins Abseits.

Zuletzt unterwirft sich Tasso den Regeln seines Widersachers Antonio: «So klammert sich der Schiffer endlich noch / am Felsen fest, an dem er scheitern sollte.» In Antonio und Torquato stossen die Exponenten von «vita activa» und «vita contemplativa» mit unversöhnlicher Härte aufeinander.

Goethe selbst bezeichnete die «Disproportion des Talents mit dem Leben» als den «eigentlichen Sinn» seines «Tasso». Aus der eigenen profunden Erfahrung als Dichter am Weimarer Hof analysiert er mit gewaltiger sprachlicher wie formaler Präzision und Tiefenschärfe das Verhältnis zwischen Mäzen und

Künstler, zwischen Verpflichtung, Instrumentalisierung und Unterwerfung. In einer Zeit der Ökonomisierung sämtlicher Lebensbereiche, von Bildung und Ausbildung, Geisteswissenschaft und Kultur, thematisiert das erste Künstlerdrama der Weltliteratur (1790, uraufgeführt erst 1807) aktuelle Fragen zur Freiheit der Kunst, zu Subvention und Mäzenatentum und dem Kulturbetrieb als Anhängsel politischer und gesellschaftlicher Machtstrukturen.

Mit «Torquato Tasso» gibt Lisa Nielebock, die regelmässig an grossen Sprechtheatern wie dem Bayrischen Staatsschauspiel München, Bochum, Weimar und Mannheim Klassiker inszeniert, ihren Regieeinstand in Bern.

Regie Lisa Nielebock –

Ausstattung Sascha Gross –

Dramaturgie Jan Stephan Schmieding

Tasso Andri Schenardi

Herzog Stéphane Maeder

Prinzessin Henriette Blumenau

Leonore Mona Kloos

Antonio Mohamed Achour

Weitere Vorstellungen 13., 19., 24., 26. April | 03., 10., 17., 30. Mai 2013

Kostenlose Einführung jeweils 30 Minuten vor Vorstellungsbeginn im Foyer (ausser Premiere)

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