Gleichzeitig verkündet, in einer Zisterne vor den Toren des Palasts, ein verwahrloster Prophet namens Johannes das baldige Ende der dekadenten Gesellschaft. Er beschimpft Salomes Familie und eine Welt, die solche Menschen hervorbringt. Salome fühlt sich augenblicklich zu ihm hingezogen, sucht aller Warnungen zum Trotz fieberhaft seine Nähe. Er hat für sie nur Verachtung übrig, rät ihr, Gott zu suchen. Sie hingegen liebt ihn, begehrt ihn, will den wüsten Propheten um jeden Preis küssen. Zugleich steigert sich Herodes in einen einzigen Wunsch hinein: Salome tanzen zu sehen. Dafür ist er bereit, ihr jeden Wunsch zu erfülen.
Ihre eigene Mutter verachtet zwar die Schamlosigkeit ihres Mannes, sieht darin aber auch ihre Chance, den unliebsamen Propheten endgültig loszuwerden. Salome träumt unablässig von der Vereinigung mit Johannes, selbst der Tod ist keine Grenze mehr für die Erfüllung ihrer Sehnsucht. Schließlich tanzt sie.
Welchen Wert hat die Liebe in einer dekadenten Gesellschaft? Was bedeutet befreite Lust wirklich? Was passiert, wenn alle unsere Wünsche plötzlich in Erfüllung gehen? Mit »Salome« kehrt Michael Thalheimer nach neun Jahren wieder an die Schaubühne zurück.
Mit Auszügen aus »Salome« von Oscar Wilde in der Übersetzung von Peter Torberg
Regie: Michael Thalheimer
Bühne: Nehle Balkhausen
Kostüm: Michaela Barth
Musik: Bert Wrede
Dramaturgie: Maja Zade
Licht: Erich Schneider
Livemusik: Yuebo Sun
Mit: Veronika Bachfischer, Jule Böwe, Christoph Gawenda, David Ruland, Alina Stiegler, Tilman Strauß, Jonathan Walz
Weitere Termine
7. Februar, 20 Uhr
9. Februar, 20 Uhr
10. Februar, 20 Uhr
13.- 16. März, 20 Uhr

