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"Nathan der Weise" von Gotthold Ephraim Lessing in Wiesbaden

08.09.2007

Premiere: Sonntag, 16. September 2007, 19.30 Uhr, Großes Haus des Staatstheaters

Jerusalem zur Zeit der Kreuzzüge: Der reiche jüdische Kaufmann Nathan möchte sich bei einem jungen Tempelherren bedanken, der seine Tochter Recha aus dem Feuer gerettet hat. Doch der hitzige christliche Kämpfer nimmt den Dank vom Juden nicht an.

Er selbst steht in der Schuld des muslimischen Regenten Saladin, der ihn überraschenderweise begnadigt hatte. Vorurteile und Ängste herrschen zwischen den Vertretern der verschiedenen Glaubensrichtungen, man nähert sich mit Argwohn, wittert Hinterlist und Verrat. Als Sultan Saladin in Finanznöte gerät, erhofft er sich vom reichen Nathan Unterstützung und stellt ihn mit der Frage nach der „wahren Religion“ auf die Probe. Nathan antwortet mit der weisen Ringparabel, die für Gleichberechtigung und Toleranz der Religionen wirbt. Nun ist der Weg für eine Versöhnung geebnet, mehr noch, trotz Intrigen und Entzweiungsversuchen werden alle Beteiligten ungeachtet ihres Glaubens zu einer großen Familie – nicht nur im übertragenen Sinn.

Lessing hat 1779 mit „Nathan der Weise“ ein Theaterstück verfasst, das mit dem abschließenden Utopiegedanken, der Ringparabel und der Figur des weisen Nathan, der Toleranz statt Rache nicht nur predigt, sondern auch lebt, nahezu zeitlos ist. Der Kampf um Überzeugung und Glaube, um die „wahre“ Religion, ist so alt wie die Menschheit und hat angesichts des 11. Septembers 2001, aber auch im Hinblick auf anhaltende Konflikte im Nahen Osten, nichts an Aktualität verloren. Wie ist der Jude Nathan, dessen Kinder und Ehefrau von Christen brutal ermordet wurden, zu seinem humanistischen Menschenbild gelangt? Wie ist es ihm gelungen, Toleranz und Vergebung aktiv zu leben?

Inszenierung Tilman Gersch

Bühne und Kostüme Ariane Salzbrunn

Musik Bernd Jestram

Video Rainer Schwarz

Dramaturgie Carola Hannusch

Mit: Hanns Jörg Krumpholz (Nathan), Jörg Zirnstein (Tempelherr), Stephan Baumecker (Sultan Saladin), Alexandra Finder (Recha), Hanna Jürgens (Daja), Eva-Maria Damasko (Sittah), Michael Birnbaum (Klosterbruder), Benjamin Krämer-Jenster (Al-Hafi), Lars Wellings (Der Patriarch)

Weitere Termine: So, 23.09., So, 30.09., jeweils 19.30 Uhr, Großes Haus

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Herausgeber des Beitrags: theaterkompass.de

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